Iranischer Judoka Saeid Mollaei in Israel | Sport | DW | 18.02.2021
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Judo

Iranischer Judoka Saeid Mollaei in Israel

Dass man mit Sport Grenzen überwinden kann, ist ein Teil des olympischen Gedankens. Aber manchmal ist das auch heikel: Der aus dem Iran stammende Judoka Saeid Mollaei ist nun beim "Erzfeind" in Israel.

Der aus dem Iran stammende Judoka Saeid Mollaei ist ein mutiger Mann. Der seit Jahren mit den Behörden in Teheran in Zwist lebende Judoka hat nun etwas gemacht, was ihm das iranische Regime kaum nachsehen wird. Mollaei, der inzwischen die Staatsbürgerschaft der Mongolei besitzt, hält sich nach einem Bericht der BBC in Israel auf. Beim "Erzfeind", so die offizielle Linie Teherans, will Mollaei dem Bericht zufolge am zweitägigen Grand-Slam-Turnier der International Judo Federation (IJF) in Tel Aviv teilnehmen.

Der israelische Judoka Sagi Muki postete auf Twitter ein Video mit Mollaei und dem Text: "Welcome".

Die beiden Sportler verbindet eine sportpolitische Geschichte. Mollaei hatte 2019 bei der Judo-Weltmeisterschaft in Tokio als Titelverteidiger das Halbfinale absichtlich verloren, um nicht am Ende gegen seinen israelischen Sportsfreund antreten zu müssen. Die iranische Regierung habe Druck gemacht. Israelisch-iranische Begegnungen dieser Art versucht Teheran zu unterbinden.

"Großartige Nachricht"

Der Judo-Weltverband sperrte den Iran nach dem Vorfall, und Mollaei suchte zwischenzeitlich Zuflucht in Deutschland. Sein sportlicher Rivale Muki sagte dem israelischen Rundfunk der BBC zufolge über die Ankunft seines Sportsfreunds aus dem verfeindeten Land: "Dies ist eine großartige Nachricht für die ganze Welt."

ml/asz (BBC, Twitter)

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