Iranischer Öltanker steuert auf Türkei zu | Aktuell Welt | DW | 24.08.2019
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Embargo gegen den Iran

Iranischer Öltanker steuert auf Türkei zu

Der iranische Öltanker "Adrian Darya-1" sorgt für Unruhe bei den Mittelmeeranrainerstaaten. Das Schiff ist auf der Suche nach einem Hafen - aber niemand ist auf Druck der USA bereit, das Schiff anlegen zu lassen.

Nachdem Griechenland es abgelehnt hat, den Hafen von Kalamata für den iranischen Tanker freizugeben, steuert das Schiff nun die Türkei an. Die auf Schiffsverkehr spezialisierte Internetseite "Marine Traffic" nennt Mersin nun als neues Ziel. Die Türkei hat sich bislang noch nicht dazu geäußert.

Athen hatte wiederholt erklärt, Griechenland werde die Reise des iranischen Öltankers nicht unterstützen. Die USA hatten in den vergangenen Tagen alle Mittelmeerstaaten unter Druck gesetzt, dem iranischen Schiff keinen Ankerplatz und keine Unterstützung zu gewähren.

Hafen von Mersin Türkei Kutter (picture-alliance/dpa/R.Hackenberg)

Der Hafen von Mersin in der Türkei

Aus Kreisen der griechischen Küstenwache heißt es nach der Zieländerung, ein Kapitän könne seinen Zielhafen und Kurs ändern, wann immer er wolle. Die Kursänderung könne damit zusammenhängen, dass der Tankerkapitän nicht durch die Straße von Messina (Stretto di Messina) und damit durch italienische Hoheitsgewässer fahren wolle.

Heftiger US-Druck

Die "Adrian Darya-1" war mehr als sechs Wochen lang in Gibraltar unter dem Vorwurf festgehalten worden, das EU-Embargo gegen Syrien zu unterlaufen. Im Gegenzug hatte der Iran den britischen Tanker "Stena Impero" beschlagnahmt, was den damaligen Außenminister des Vereinigten Königreichs veranlasste, "ernste Konsequenzen" anzudrohen. Dennoch sind Schiff und Besatzung bis heute in iranischer Hand, obwohl das oberste Gericht des britischen Gebiets an der Südspitze der iberischen Halbinsel dem Tanker schließlich freie Fahrt gewährt hat. Es war in der Nacht zum vergangenen Montag losgefahren.

Der Kurs des Schiffes könnte nun auch die Türkei in den Konflikt um den Öltanker hineinziehen. Der türkische Hafen von Mersin liegt rund 150 Kilometer von der syrischen Hafenstadt Latakia entfernt. Die britische Marine kündigte derweil an, ein weiteres Kriegsschiff in die Golfregion zu entsenden, um eine "sichere Passage" der Handelsschifffahrt zu gewährleisten. 

cgn/rb (ap, dpa, rtr)

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