Iran verlegt Luftabwehrraketen vor Atomanlage | Aktuell Welt | DW | 29.08.2016
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Iran verlegt Luftabwehrraketen vor Atomanlage

Russische Raketen sollen von jetzt an die Atomanlagen des Iran schützen. Die Waffen vom Typ S-300 wurden vor der Urananreicherungsanlage Fordo stationiert. Die anderen Atomanlagen sollen folgen.

Russisches mobiles Langstreckenraketensystem S-300 (Foto: picture-alliance/dpa)

Russische S-300 Raketen (Archivbild)

"Der iranische Himmel ist nun einer der sichersten in der Region", sagte der Kommandeur der iranischen Luftabwehr, General Farsad Esmaili. Irans Atomanlagen müssten "unter allen Umständen" geschützt werden. Die Revolutionsgarden hätten das Luftabwehrraketensystem ins Zentrum des Landes verlegt, berichteten das iranische Staatsfernsehen und die Nachrichtenagentur Fars. Es handele es sich um ein System von Luftabwehrraketen des Typs S-300, das kürzlich von Russland geliefert worden war. Die Urananreicherungsanlage Fordo liegt in einem Berg nahe der Stadt Ghom, südlich der Hauptstadt Teheran.

Mit dem russischen Flugabwehrsystem sollen laut Fars demnächst auch die anderen Atomanlagen des Landes geschützt werden.

Vertrag aus dem Jahr 2007

Russland hatte im April mit der Lieferung der S-300 Raketen an den Iran begonnen. Bis Jahresende soll der Vertrag im Wert von etwa 740 Millionen Euro ganz erfüllt werden. Der Liefervertrag war bereits 2007 unterschrieben, aber wegen des Konflikts über das iranische Atomprogramm von Russland ausgesetzt worden. Das Flugabwehr-Raketensystem S-300 gilt als eines der ausgereiftesten der Welt. Die Raketen sind in der Lage, auch modernste Kampfflugzeuge abzufangen.

Im vergangenen Jahr hatten die fünf UN-Vetomächte Russland, USA, China, Frankreich und Großbritannien sowie Deutschland mit dem Iran nach jahrelangen Verhandlungen in Wien ein Atomabkommen geschlossen, das der Regierung in Teheran die Nutzung der zivilen Atomtechnologie erlaubt, zugleich aber sicherstellen soll, dass der Staat keine Atomwaffen entwickeln kann. Im Gegenzug wurden die Sanktionen gegen die Islamische Republik weitgehend aufgehoben.

Wie in internationalen Atomabkommen vereinbart fuhr der Iran seine Urananreicherung drastisch zurück und begann damit, Zentrifugen zur Anreicherung zu entfernen. Die verbleibenden Zentrifugen darf der Iran zu Forschungszwecken nutzen. Laut dem Abkommen darf das Land nicht mehr als 300 Kilogramm angereicherten Urans besitzen.

qu/kle (dpa, afp)