Iran testet Rakete | Aktuell Nahost | DW | 24.08.2019
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Aufrüstung

Iran testet Rakete

Der Kommandeur der Revolutionsgarden, Salami, sprach von einem Erfolg. Wenige Tage zuvor hatte der Iran ein angeblich neues Raketenabwehrsystem vorgestellt. Dieses tauchte jedoch bereits in Medienberichten von 2016 auf.

Iran Raketentest (Getty Images/AFP/M. Hosseini)

Iranischer Raketentest aus dem Jahr 2016

Der Iran teste ständig eine Vielzahl "defensiver und strategischer Systeme", um seine Abschreckungsmacht zu verstärken, sagte Hossein Salami nach einer Meldung der iranischen Nachrichtenagentur Tasnim. "Gestern war einer der erfolgreichen Tage für diese Nation", fügte der General hinzu. Er nannte keine Details zu der Waffe.

Am Donnerstag hatte der Iran eigenen Angaben zufolge ein neues Raketenabwehrsystem präsentiert. Es handle es sich um ein mobiles Luftabwehrsystem mit Raketen großer Reichweite, das der Iran eigenständig gebaut habe, berichteten Staatsmedien. Das Staatsfernsehen zeigte Präsident Hassan Rohani bei der feierlichen Inbetriebnahme des Bawar-373-Systems, das dem russischen Flugabwehr-System S-300 ähneln soll. 

Neues Raketenabwehrsystem in Teheran (picture-alliance/dpa/Iranian Presidency)

Präsident Hassan Rohani (2. v.l.) bei der Enthüllungszeremonie 2019

Ob das Raketenabwehrsystem tatsächlich neu ist, ist jedoch fraglich. Denn bereits 2016 verbreitete der Iran die Meldung, ein neues System namens Bawar 373 in Betrieb genommen zu haben. Das Land hatte mit der Entwicklung des Bawar-Systems begonnen, nachdem die Lieferung russischer S-300-Raketen im Jahr 2010 wegen der internationalen Sanktionen ausgesetzt worden war. 

Experten bezweifeln Funktionalität

Die Bawar sind Irans erstes selbst produziertes Luftabwehrsystem. Nach offiziellen Angaben haben die Bawar 373 eine Reichweite von mehr als 200 Kilometern. Die Islamische Republik hat angesichts internationaler Sanktionen, die sie an Waffenimporten hindern, eine große Rüstungsindustrie entwickelt. Westliche Experten stellen aber die iranischen Angaben zur Funktionalität der Waffen infrage.
Im Juni hatte der Iran mutmaßlich mit einer Boden-Luft-Rakete eine US-Aufklärungsdrohne über dem Persischen Golf abgeschossen. Dies hatte die Spannungen mit den USA weiter verschärft. US-Präsident Donald Trump will die Führung in Teheran mit Sanktionen zu einem strengeren Abkommen über ihr Atom- und Raketenprogramm zwingen. Er hat das internationale Atomabkommen mit dem Iran deswegen im vergangenen Jahr aufgekündigt.

ie/mak (rtr, ap)

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