Iran testet Mittelstreckenraketen | Aktuell Nahost | DW | 16.01.2021
  1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages
Anzeige

Golfregion

Iran testet Mittelstreckenraketen

Die Streitkräfte der Islamischen Republik haben bei Militärübungen am Golf erneut ihre umstrittenen neuen Mittelstreckenraketen getestet. Besonders Israel fühlt sich durch die iranischen Geschosse bedroht.

Iran Revolutionsgarden Übung Ballistische Raketen

Vom iranischen Staatsfernsehen verbreitete Bilder zeigen den Start mehrerer Raketen

Zum Abschluss einer zweitägigen großangelegten Militärübung der Marine und der Revolutionsgarden wurden ballistische Raketen gegen Ziele im Indischen Ozean abgefeuert, wie die offizielle Website des iranischen Militärs berichtete. Außer den Raketen mit einer Reichweite von 1800 Kilometern wurden bei dem Manöver auch Marschflugkörper und Drohnen getestet. Zudem wurden ein neuer Hubschrauberträger und ein neues Raketenschiff präsentiert. Nach Angaben der Nachrichtenagentur Tasnim verliefen die Tests alle erfolgreich.

Das Manöver "Großer Prophet 15" war bereits die dritte Militärübung in weniger als zwei Wochen. Die erste Übung fand Anfang Januar statt, kurz nach dem ersten Jahrestag des tödlichen US-Drohnenangriffs auf den einflussreichen General Kassem Soleimani im Irak.

Verteidigung des Landes gegen eventuelle Angriffe des Erzfeindes USA

Das getestete Kriegsgerät soll nach iranischen Angaben am Golf für mehr Sicherheit gegen potenzielle militärische Bedrohungen seitens der USA sorgen. Die iranischen Manöver seien keine Bedrohung für die Länder in der Region, hieß es aus Teheran.

Iran Revolutionsgarden Führer Hossein Salami

Der Chef der Revolutionsgarden, Hossein Salami (Bild), nahm zusammen mit dem Generalstabschef der regulären Streitkräfte, Mohammed Bagheri, an dem Manöver teil

Der Westen und die arabischen Golfstaaten sehen das anders. Für sie ist das iranische Militär- und Raketenprogramm eine Gefahr für die Golfregion, wo rund 40 Prozent der weltweiten Rohöltransporte abgewickelt werden. Zudem besteht die Sorge, dass besonders Irans Mittelstreckenraketen mit Reichweiten bis zu 2200 Kilometern jeden Teil Israels treffen könnten.

In den vergangenen Wochen gab es Spekulationen im Iran, dass US-Präsident Donald Trump vor dem Ende seiner Amtszeit noch einen militärischen Konflikt mit Teheran provozieren könnte. Irans Außenminister Mohammed Dschawad Sarif hatte Trump und seinem Außenminister Mike Pompeo vorgeworfen, auch in den letzten Tagen ihrer Amtszeit "Kriegshetzerei" gegen den Iran betreiben zu wollen.

Iran will Uranmetall herstellen

Das von Präsident Trump aufgekündigte internationale Atomabkommen mit dem Iran von 2015 steht an einem weiteren Punkt auf der Kippe. Die Außenministerien von Deutschland, Frankreich und Großbritanniens teilten mit, der Iran habe angekündigt, die Herstellung von Uranmetall vorzubereiten. Darüber sei man "tief besorgt" sei. Der Iran habe "keine glaubwürdige zivile Verwendung für Uranmetall". Die Produktion von Uranmetall könne schwerwiegende militärische Implikationen haben. Iran habe sich mit dem Wiener Atomabkommen für 15 Jahre dazu verpflichtet, weder Uranmetall herzustellen, noch Forschung und Entwicklung im Bereich der Uranmetallurgie zu betreiben, hieß es in der gemeinsamen Mitteilung, die das Auswärtige Amt in Berlin verbreitete.

qu/uh (dpa, afp, rtr)

Die Redaktion empfiehlt