Iran begrenzt Zahl der Scheidungen | Aktuell Nahost | DW | 25.01.2020
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Gesellschaft

Iran begrenzt Zahl der Scheidungen

Die iranische Führung will verhindern, dass sich immer mehr Ehepaare im Land trennen. Deshalb wird die Registrierung von Scheidungen ab sofort begrenzt. So sind in Teheran nur noch 182 Scheidungen pro Jahr erlaubt.

Nicht nur in westlichen Gesellschaften ist die Scheidung einer Ehe mittlerweile Normalität. Auch im Iran hat sich die Gesellschaft verändert und es kommt immer häufiger vor, dass Ehepaare sich trennen. Endete noch vor 20 Jahren jede achte Ehe mit einer Scheidung, ist es nach amtlichen Angaben mittlerweile schon jede dritte Ehe. Für den Iran mit seinen strengen islamischen Regeln ist dieser Anteil höchst beunruhigend.

Höchstgrenze für Scheidungen 

Doch damit soll nun Schluss sein. Die Verantwortlichen meinen einen Weg gefunden zu haben, um die hohe Scheidungsrate unter Kontrolle zu bringen. Die Zahl der erlaubten Scheidungen wird einfach begrenzt. Auf Anweisung des iranischen Justizchefs dürfen die Notariate ab sofort nur noch eine bestimmte Zahl von Scheidungsfällen im Jahr annehmen. Das sagte ein Sprecher der Notariatskammer laut Nachrichtenagentur Isna.

Wie viele Scheidungen künftig erlaubt sind, ist regional unterschiedlich. Das größte Kontingent hat die Provinz Kermanschah in Westiran. Dort ist die Mehrheit der Bevölkerung kurdisch. In der Hauptstadt Teheran dürfen im Jahr hingegen nur 182 Scheidungen durchgeführt werden.

Gesellschaft verändert sich

Als Grund für die hohe Scheidungsrate gilt laut Soziologen eine drastische Änderung in der gesellschaftlichen Ordnung. Scheidung sei für viele Frauen und Familien kein Tabuthema mehr. Auch wollten besonders viele Jugendliche in den Großstädten Beziehungen ohne Trauschein. Außerdem hätten immer mehr Frauen eine bessere akademische Ausbildung als die Männer und erhielten dementsprechend die besseren Jobs. Das mache sie finanziell sowie gesellschaftlich unabhängiger und mutiger.

wo/hf (dpa)

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