Irakische Zivilisten sollen Ramadi verlassen | Aktuell Nahost | DW | 30.11.2015
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Aktuell Nahost

Irakische Zivilisten sollen Ramadi verlassen

In der von IS-Terroristen besetzten westirakischen Stadt mehren sich die Anzeichen für eine Offensive der Armee. Zuletzt hatte das Militär den Belagerungsring enger gezogen. Der IS reagiert mit einer Drohung.

Ein Kämpfer der irakischen Streitkräfte bei Ramadi (Foto: AP)

Ein Kämpfer der irakischen Streitkräfte bei Ramadi

Das irakische Militär hat nach eigenen Angaben alle Einwohner der westirakischen Provinzhauptstadt Ramadi aufgefordert, diese umgehend zu verlassen. Bewohner berichten jedoch, Kämpfer des sogenannten "Islamischen Staates" (IS) hätten damit gedroht, jeden zu töten, der den Anweisungen der irakischen Streitkräfte folge.

Einwohner sind Geiseln

Wie ein Armeesprecher in Bagdad mitteilte, sehen die IS-Dschihadisten die rund 50.000 Bürger von Ramadi als ihre Geiseln an. Familien, die in der Vergangenheit die Stadt verlassen wollten, hätten eine Strafe von umgerechnet mehr als 5600 Euro an den IS zahlen müssen.

Ungeachtet der IS-Drohungen flüchten Ramadis Einwohner vor den Kämpfen aus der Stadt (Foto: rtr)

Ungeachtet der IS-Drohungen flüchten Ramadis Einwohner vor den Kämpfen aus der Stadt

Im Mai hatte das Militär die Kontrolle über die Hauptstadt der westirakischen Provinz Anbar, die etwa 115 Kilometer westlich von Bagdad liegt, an die sunnitischen Extremisten verloren. Nach heftigen Gefechten, unterstützt von Luftangriffen der US-geführten internationalen Koalition, unterbrach die irakische Armee am vergangenen Donnerstag jedoch mit der Eroberung einer strategisch wichtigen Brücke die letzte Nachschubroute der Terrormiliz nach Ramadi. Die Streitkräfte schlossen damit ihren Belagerungsring. Am Sonntag flogen Kampfjets der internationalen Allianz sieben Luftangriffe auf mutmaßliche Stellungen und Waffenlager der Terrormiliz nahe der Stadt.

se/rb (dpa, ape, rtre)

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