Investitionen in US-Wirtschaft brechen ein | Aktuell Amerika | DW | 11.07.2018
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Wirtschaftsbeziehungen

Investitionen in US-Wirtschaft brechen ein

Trotz der Bemühungen des US-Präsidenten, Investoren ins Land zu locken, sind die ausländischen Direktinvestitionen in den USA erheblich zurückgegangen. Daran trägt aber nicht alleine Donald Trump die Schuld.

Die Summe sank 2017 verglichen mit dem Vorjahr um 32 Prozent auf 259,6 Milliarden Dollar (221,2 Mrd Euro), wie das Büro für Wirtschaftsanalysen (BEA) des US-Handelsministeriums mitteilte. 2016 hatten die Auslandsinvestitionen in den USA noch ein Volumen von 379,7 Milliarden Dollar. Im Jahr zuvor hatten sie auf einem Rekordwert von 439,5 Milliarden Dollar gelegen.

Der Rückgang in den USA folgt zwar einem internationalen Trend, ist aber deutlich ausgeprägter. Nach Angaben der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) vom April nahmen Auslandsinvestitionen 2017 weltweit um 18 Prozent ab. Die OECD hatte zum Rückgang in den USA angemerkt, dass Investoren womöglich Trumps Steuerreform abwarten wollten. Dieser Logik zufolge könnten die Investitionen im laufenden Jahr wieder zunehmen, nachdem die Steuerreform im vergangenen Dezember verabschiedet wurde.

Allerdings hatten einzelne Investoren auch angekündigt, wegen der Zollpolitik Trumps Vorsicht walten lassen zu wollen. Der US-Präsident hat mit einer ganzen Reihe von Nationen wie China und Kanada oder auch der EU Handelskonflikte begonnen, deren Auswirkungen auf Auslandsinvestitionen noch nicht absehbar sind. Aus Kanada kamen im vergangenen Jahr nach BEA-Angaben mit 66,2 Milliarden Dollar die meisten Investitionen. Die EU-Staaten machten insgesamt 40 Prozent aller Auslandsinvestitionen in den USA aus. Trump wirbt seit seinem Amtsantritt im Januar 2017 um Auslandsinvestitionen.

Investieren, wenn Trump geht

Deutschland Reinhold Würth (picture-alliance/dpa/M. Balk)

Blickt skeptisch in die USA: Unternehmer Reinhold Würth

Ob und wie viele Unternehmen direkt vor der US-Wirtschaftspolitik zurückschrecken, ist nicht bekannt. Schließlich zeigen nicht alle ihre Befindlichkeiten so öffentlich wie der Seniorchef des baden-württembergischen Bauzulieferers Würth. Dieser tritt mit Blick auf die Präsidentschaft von Donald Trump in den USA auf die Bremse. Er habe dafür gesorgt, "dass wir derzeit nicht mehr in den USA investieren", sagte Firmenpatriarch Reinhold Würth im Juni der "Bild am Sonntag". "Dort machen wir mit 1,8 Milliarden Euro zwar 14 Prozent unseres Jahresumsatzes, trotzdem möchte ich das Engagement in Amerika nicht weiter vergrößern." Darauf angesprochen, ob Trump der Grund für die Entscheidung sei, sagte Würth: "In erster Linie wegen der allgemeinen, unsicheren politischen Lage. Ich habe gesagt, wir warten ab, ob Präsident Trump in vier Jahren wiedergewählt wird. Würth kehrt zurück, wenn er geht." 

cgn/rb (dpa, faz.de, rtr)

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