Intrigen ohne Ende: Vor 40 Jahren startete die US-Seifenoper ″Dallas″ | Filme | DW | 02.04.2018
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Filme

Intrigen ohne Ende: Vor 40 Jahren startete die US-Seifenoper "Dallas"

Die Familie des texanischen Ölbarons J.R. Ewing im Strudel aus Macht, Habgier und Intrigen bewegte Millionen TV-Zuschauer. Was die Fans immer wieder bei der Stange hielt: die zuweilen kuriosen Ideen der Drehbuchautoren.

357 Folgen in 14 Staffeln, übersetzt in 67 Sprachen, 14 Jahre Laufzeit in den USA. Bis heute ist "Dallas" die erfolgreichste TV-Soap. Sie legt mit der ersten Folge, ausgestrahlt am 2. April 1978 einen Serienstart hin, in dem von Anfang an klar ist, wo es lang gehen soll. Eine Familie mit Leichen im Keller, eine alte Feindschaft zwischen zwei Rivalen und eine fette Intrige. Bereits in Folge 2 übertreffen sich die Figuren gegenseitig mit Erpressungen, eine erste Prügelei findet statt. Und das ist erst der Anfang. Im Lauf der 14 Staffeln tauchen immer wieder aus dem Nichts uneheliche Kinder oder totgeglaubte Personen auf, undenkbare Pärchensituationen erschließen sich, es wird fremdgegangen, intrigiert, gestorben, gemordet, gebeichtet, gehasst und geliebt.

Im Mittelpunkt steht John Ross "J.R." Ewing, der das Ölimperium seiner Familie leitet und dabei über Leichen geht. Er sorgt am Ende der dritten Staffel für einen der berühmtesten Cliffhanger der Fernsehgeschichte: Er wird angeschossen - Klappe - Staffelfinale.

In den folgenden Monaten wird die Frage "Wer schoss auf J.R.?" zum geflügelten Wort in den USA. Ein halbes Jahr später geht es weiter. Die erste Folge der neuen Staffel hat eine Einschaltquote von über 53 Prozent - Zuschauerrekord. Damit nicht genug.

Berühmteste Duschszene der TV-Geschichte

Der größte Coup der Drehbuchschreiber findet Mitte der 1980er Jahre statt. Die Rolle des "guten" und seiner Frau Pamela (fast) stets treuen Bobby Ewing wird Machern und Zuschauern langsam zu langweilig. Auch Darsteller Patrick Duffy sucht gerade nach neuen Möglichkeiten. So lässt man den guten Bobby den Serientod sterben: Er stürzt sich vor ein Auto, um Pamela zu retten. Er stirbt in einer schier unerträglich langgezogenen Szene im Krankenhaus im Kreise seiner Familie. Klappe - Staffelfinale.

Die Geschichte nimmt ihren Lauf weiter, ohne Bobby. Pamela nimmt nach und nach seinen Platz ein, was Bobbys Bruder J.R. schwer missfällt. 16 Folgen lang werden die Ewings immer weiter von den üblichen dramatischen Ereignissen erschüttert. Bis eines Morgens Pamela aus ihrem Badezimmer ein plätscherndes Geräusch hört. Sie schaut nach und findet unter der Dusche ihren toten Gatten Bobby, der sie grinsend mit einem fröhlichen "Guten Morgen" begrüßt. Klappe - Staffelfinale.

Patrick Duffy unter der Dusche(picture-alliance/Photoshot/Universal Pictorial Press Photo)

Die Szene ist Kult (Patrick Duffy als Bobby Ewing)

Die Fernsehwelt steht Kopf - wo kommt diese äußerst lebendige Leiche plötzlich her? Ganz einfach. Patrick Duffys Karriere fluppt nicht richtig, die Einschaltquoten von "Dallas" gehen während der neunten Staffel zurück. J.R.-Darsteller Larry Hagman ist längst auch Produzent und sorgt dafür, dass Duffy zurückkommt. Um diese hanebüchene Geschichte glaubwürdig zu erzählen, hat man eine einfache Erklärung: Pamela hatte alles, was von Bobbys Tod an passiert ist, nur geträumt. Die Drehbuchschreiber des auftraggebenden Fernsehsenders CBS schrecken vor nichts zurück: Sämtliche Entwicklungen der vergangenen Staffel - und da sind die krassesten Dinge geschehen - haben einfach nicht stattgefunden. 

Spott und Zuschauerrekorde

Bis heute gilt diese Duschszene aus Dallas als eine der groteskesten Wiederauferstehungen in einer Serie. Natürlich wird damals auf der ganzen Welt über die plumpe Rückführung Bobbys gelacht. Aber: Das Interesse der Zuschauer ist wieder da und "Dallas" bekommt noch fünf weitere Staffeln.

Dallas TV Serie neu - von links, Jordana Brewster als Elena Ramos, Josh Henderson als John Ross Ewing, Linda Gray als Sue Ellen Ewing, Larry Hagman als J.R. Ewing, Patrick Duffy als Bobby Ewing, Brenda Strong als Ann Ewing, Jesse Metcalfe als Christopher Ewing and Julie Gonzalo als Rebecca Sutter (AP)

Die Oldies sind kaum gealtert: Der "Dallas"-Cast aus der alten und neuen Serie

Bis in die 2000er hinein wirkt der Erfolg von "Dallas" nach: 2012 läuft die Serie im Auftrag des US-Senders TNT wieder im Fernsehen. Mit vielen neuen Schauspielern - schließlich ist auch auf der Southfork-Ranch, dem Wohnsitz der Ewings, das Leben weitergegangen. Die Kinder von J.R., Bobby und ihrem Widersacher Cliff Barnes sitzen nun selbst an den Hebeln der Macht. Drei Jahre, drei Staffeln und immerhin auch 40 Folgen lang dreht sich die Geschichte weiter, unter anderem auch mit einigen Hauptdarstellern aus den 1980ern: Larry Hagman als J.R. (seine letzte Rolle, er starb im November 2012 und musste aus der Serie geschrieben werden), Patrick Duffy als Bobby und Linda Gray als Sue Ellen. Im Oktober 2014 gibt TNT bekannt, dass es keine weitere Episode von "Dallas" mehr geben wird.

Die Southfork-Ranch ist ein Wallfahrtsort

Die Serie hat ihren Job gemacht: Der texanischen Metropole Dallas haftete bis zum Start der Soap der vermeintlich unauslöschliche Makel der Kennedy-Ermordung an. Seit aber das ölige Grinsen von J.R. Ewing über die Bildschirme huschte, begannen sich die TV-Zuschauer weltweit für diesen Ort zu interessieren. Das Gebäude der Southfork-Ranch wurde zum neuen Wahrzeichen der Stadt - wer nach Dallas kommt, besucht die Ranch: 300.000 Fans kommen jedes Jahr. Und nun, zum 40-Jährigen, versammeln sich sogar viele der noch lebenden Stars aus der Serie genau hier.

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