Interview mit Kristina | Mit „Ticket nach Berlin“ auf Deutschlandreise | DW | 04.09.2013
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Die Kandidaten

Interview mit Kristina

In unseren Interviews stehen die Kandidaten Rede und Antwort: Was sind ihre persönlichen Tipps zum Deutschlernen? Wie sehen ihre Pläne für die Zukunft aus? Zu diesen und vielen anderen Themen äußern sie sich hier.

Kristina, was war bei der Abenteuerspielshow „Ticket nach Berlin“ die größte Herausforderung für dich?

Die sportlichen Aufgaben waren für mich sehr anziehend, aber auch anstrengend. Unser erster Zielort war Garmisch-Partenkirchen und die Zugspitze. Das Wetter war dort wie Frühling in Russland, aber wie Winter in Ägypten. Nasser war gleich erkältet. Wir sollten dann in München Wakeboard fahren, jeder drei Runden. Alles nicht einfach, trotzdem war es cool und unvergesslich.

Was hat dich an Deutschland überrascht? Gab es etwas, das total neu für dich war?

Obwohl ich seit etwa 10 Jahren mit der deutschen Kultur vertraut bin, wusste ich nichts von der Existenz von Mehrgenerationenhäusern in Deutschland. In Offenbach haben wir in einem solchen Haus das Theaterstück „Rotkäppchen“ aufgeführt. Als Rotkäppchen war ich im Magen von Jonas-Wolf. Kein angenehmes Gefühl, verschlungen worden zu sein.

Was gefällt dir an Deutschland besonders gut?

Was ist Deutschland überhaupt? Ich denke, nicht jeder Deutsche könnte diese Frage ohne Umstände beantworten. Aber die Erinnerungen an unsere Reise quer durch das Land sind nur positiv und erwärmen mich im kalten Sibirien.

Ein Wort zur deutschen Küche …

Kennen Sie ein typisches Gericht aus Magdeburg? Nein? Woher sollten wir es dann wissen? In Magdeburg kannten viele Einwohner, die wir gefragt haben, auch keins. Das war eine schwierige Aufgabe für uns. Schließlich haben wir dann mit großer Mühe eins in einem Rezeptbuch entdeckt – Quarkkeulchen!

Ansonsten war ich von der Größe, Appetitlichkeit und Andersartigkeit der Speisen und Getränke fasziniert: Schnitzel, Maultaschen, Apfelschorlen, Mineralwasser mit Kohlensäure, Weißwürstchen, Brezel, Marzipan und vieles mehr. Es war so kompliziert, sich in Form zu halten, aber wie echte Hollywood-Stars haben wir unsere Magengeräusche irgendwie beruhigt …

Du hast viele Jahre Deutsch gelernt. Aus deiner Sicht: Worin liegen die größten Schwierigkeiten, wenn man als Russin/Russe die deutsche Sprache erlernt?

Im Kopf … Ich versuche, es zu erklären: Die deutsche Sprache ist wie ein vielstöckiges Gebäude, das aus kleinen Ziegelsteinchen gebaut wird. Zuerst legt man den Grundstein, der aus „hallo-wiegehtesdir-tschüss“ besteht. Es ist das Leichteste in jeder Sprache. Dann legt man der Reihe nach weitere Ziegelsteine (Phonetik, Grammatik, Lexik usw.) aufeinander. Es wird immer komplizierter und komplizierter. Wenn man nur einen Ziegelstein nicht richtig legt, wird das Gebäude schief und man kann da nicht mehr wohnen.

Stell dir vor, du würdest in deiner Lieblingsstadt München leben. Wo sind dort deine bevorzugten Plätze? Was würdest du aus deiner Heimatstadt Novosibirsk vermissen?

In München gibt es viele wunderbare Plätze, aber ich mag vor allem die Leute. Sie sind da so freundlich, offen, natürlich. Das fehlt meistens in Novosibirsk. Aber ich könnte dort trotzdem nicht leben, weil nichts die Heimat ersetzen kann.

Interview: Karoline Rebling