Interview mit Jonas | Mit „Ticket nach Berlin“ auf Deutschlandreise | DW | 04.09.2013
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Die Kandidaten

Interview mit Jonas

In unseren Interviews stehen die Kandidaten Rede und Antwort: Was sind ihre persönlichen Tipps zum Deutschlernen? Wie sehen ihre Pläne für die Zukunft aus? Zu diesen und vielen anderen Themen äußern sie sich hier.

Jonas an einem See

Deutschkurse Ticket nach Berlin Artikelbild Interview Jonas

Jonas, du warst Kandidat bei „Ticket nach Berlin“. Erzähl bitte, wie war das für dich?

Wir hatten unterwegs so viel Spaß und es gab so viel Inspiration und nette Leute, aber auch Herausforderungen. Zum Beispiel wollten einige Menschen nicht vor die Kamera, als wir bei den Aufgaben Hilfe benötigten. Manchmal hatten wir Schwierigkeiten mit neuen Dialekten. Die Stimmung im Team war aber dennoch immer gut.

Du lernst seit vielen Jahren Deutsch. Wie ist es dazu gekommen?

Ich habe mit 13 in der Schule zum ersten Mal Deutsch gelernt, bin aber total gescheitert. Trotzdem habe ich drei Jahre später wieder damit angefangen, und durch die Unterstützung einer guten Lehrerin lernte ich diesmal besser. Danach ging ich ein Jahr als Austauschschüler nach Deutschland. Meine Gastfamilie lebte direkt in der Innenstadt von Hamburg. Am Anfang verstand ich nichts und habe nur gelächelt und zugehört. Aber nach einem Jahr konnte ich fast alles verstehen.

Erinnerst du dich an dein erstes deutsches Wort?

Heute weiß ich, dass die norwegische Sprache total von deutschen Wörtern beeinflusst ist. Das erste Wort, das ich in einem Wörterbuch gesucht habe, war „Traum“, weil ich damals Fußball gespielt habe und den Traum hatte, bei Borussia Dortmund zu spielen – die hatten damals gerade die Champions League gewonnen.

Viele Ausländer sagen, dass Deutsch eine schwere Sprache ist. Was ist deiner Meinung nach wichtig beim Deutschlernen? Hast du einen persönlichen Tipp?

Deutsch ist meiner Meinung nach nicht so schwierig. Ich habe später versucht, Französisch zu lernen, und das war viel schwieriger, weil die Schriftsprache und die Aussprache so unterschiedlich sind. Im Deutschen ist das ziemlich ähnlich und es gibt nicht allzu viele Ausnahmen, wenn man die Grammatik lernt.

Mein Tipp ist: Vergiss einfach den Gedanken, dass Deutsch schwierig ist und beschäftige dich so viel wie möglich mit der Sprache: Texte lesen, Musik hören, Filme gucken, mit Deutschsprachigen im Internet chatten und schleunigst nach Deutschland, Österreich oder in die Schweiz reisen.

Was gibt es an Deutschland noch Überraschendes, wenn man als Norweger schon so oft hier war?

Die Vielfältigkeit von Kultur, Wirtschaft, Natur und Menschen in Deutschland hört niemals auf, mich zu überraschen. Ich hoffe, dass „Ticket nach Berlin“ das gut vermitteln kann. Ich wusste zum Beispiel nicht, dass es so eine reiche Weinkultur außerhalb des Moseltals gibt und dass Münchner so gut rappen können, wie EINSHOCH6, eine Band, die wir kennen gelernt haben.

Was gefällt dir hier besonders gut? Oder auch weniger?

Deutschland hat so viele schöne Städte. Großstädte wie Berlin, Hamburg und München sind kulturelle Metropolen, zu denen ich wahrscheinlich mein ganzes Leben zurückkehren werde. Außerdem gibt es eine Reihe kleinerer Städte, die nicht so viel Aufmerksamkeit bekommen, aber für mich als Norweger atemberaubend sind. Beispiele sind die Innenstadt von Münster, die alte Architektur von Regensburg und die freundliche Stimmung auf den Weihnachtsmärkten, besonders in Lübeck. Ich mag auch, dass die meisten Deutschen sehr offen sind.

Was mir nicht gefällt, ist, dass viele junge Deutsche meiner Generation Schwierigkeiten haben, einen guten Job zu finden, und stattdessen immer wieder ein Praktikum machen müssen. Die Zugtarife sind auch viel zu hoch.

Was vermisst man als Norweger in Deutschland?

Im Norden vermisse ich die Berge, im Süden das Meer. Zu Hause in Nordnorwegen habe ich beides, aber leider nicht die enorme kulturelle Vielfalt, die ich an Deutschland mag.

Interview: Karoline Rebling