Gericht weist Boliviens Anspruch auf Zugang zum Meer zurück | Aktuell Amerika | DW | 01.10.2018
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Urteil im Grenzzstreit

Gericht weist Boliviens Anspruch auf Zugang zum Meer zurück

Bolivien hat kein Anrecht auf einen eigenen Zugang zum Pazifik. Eine entsprechende Klage wies der Internationale Gerichtshof zurück. Damit gibt es im jahrzehntelangen Streit mit Chile eine Entscheidung.

Chile muss nicht mit Bolivien über den Grenzverlauf zwischen beiden Ländern verhandeln. Das entschied der Internationale Gerichtshof in Den Haag. Es gebe keine gesetzliche Verpflichtung für Chile, Verhandlungen mit Bolivien aufzunehmen, heißt es in dem Urteilsspruch des Gerichts. Richter Abdulqawi Ahmed Yusuf teilte mit, die Richter hätten mit zwölf zu drei Stimmen entschieden.

Das solle die beiden Länder aber nicht davon abhalten, "im Geist guter Nachbarschaft" Verhandlungen zu dem Grenzstreit aufzunehmen. Bolivien hatte 2013 die Klage beim Internationalen Gerichtshof eingereicht. Bolivien fordert von Chile seit Jahrzehnten die Rückgabe eines im sogenannten Salpeterkrieg (1879-1884) verlorenen 400 Kilometer langen Küstenstreifens. Damit würde Bolivien einen eigenen Zugang zum Meer erhalten.

Folgen des Salpeterkrieges

Der chilenische Präsident Sebastián Piñera hatte in der Vergangenheit zwar seine Bereitschaft zum Dialog mit dem Nachbarn erklärt. Eine Diskussionen über die Grenze werde es aber nicht geben. Denn Chile beharrt darauf, dass die Grenzen schon im Friedensvertrag von 1904 verbindlich festgelegt worden seien. Nach Ansicht Boliviens ist dieses Abkommen allerdings nicht gültig, da es unter Zwang unterzeichnet worden sei. Die beiden südamerikanischen Länder unterhalten seit 1978 keine diplomatischen Beziehungen zueinander.

Der Internationale Gerichtshof verhandelt an seinem Sitz im niederländischen Den Haag als höchstes UN-Gericht Streitigkeiten zwischen Staaten. Alle 193 Mitglieder der Vereinten Nationen sind automatisch Mitglied des Gerichts und können es anrufen.

mm/rb (afp, kna, dpala)

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