Instagram statt Facebook - für Jugendliche eine klare Sache | Wissen & Umwelt | DW | 07.02.2019
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Wissen & Umwelt

Instagram statt Facebook - für Jugendliche eine klare Sache

Das Bundeskartellamt will die Sammlung von Nutzerdaten durch Facebook einschränken. Viele Jugendliche können mit Facebook aber ohnehin nicht viel anfangen. Warum sie lieber Instagram nutzen, erklärt ein 16-Jähriger.

Ich bin noch gar nicht so lange in einem sozialen Netzwerk. Als ich mir vor etwas weniger als zwei Jahren selbst einen Account erstellt habe, hatte ein großer Teil meiner Freunde und Klassenkameraden diese tollen Plattformen bereits für sich entdeckt. Lange bin Ich auch ohne soziale Netzwerke ausgekommen, aber schließlich wollte ich dann auch dazugehören und das Ganze mal ausprobieren.

Da wirklich alle, von denen ich es wusste, bei Instagram aktiv waren, gab es für mich kein langes Überlegen. Warum sollte ich mich bei Facebook anmelden, wenn alle Freunde und Bekannte - also diejenigen, die ich letztendlich erreichen möchte - bei Instagram sind? Ein gewisser Gruppenzwang und der Drang nach Zugehörigkeit waren  also ausschlaggebend.

Instagram wirkt nicht so alt

Zudem ist Facebook das "soziale Netzwerk für die Erwachsenen". Alleine die Tatsache, dass meine Eltern bei Facebook sind, wäre ein Grund für mich gewesen, mich für Instagram zu entscheiden. Wenn ich mich erst im gleichen sozialen Netzwerk wie meine Eltern befinde, werden Sie auch darauf bestehen, meine Posts mitansehen zu dürfen. So gerne ich meine Eltern mag: auf diese Freundschaftsanfrage möchte ich gerne verzichten. Gerade die sozialen Netzwerke bieten mir die Möglichkeit, mich auch mal ohne Einfluss und Beobachtung meiner Eltern in der Öffentlichkeit bewegen und präsentieren zu können.

Trotzdem gibt es keinen Grund, der Facebook an sich zu einem sozialen Netzwerk für die älteren und Instagram zu einem für die jüngeren Generationen macht. Denn beide Netzwerke sind ähnlich aufgebaut und würden bis auf Kleinigkeiten wohl kaum den Ansprüchen einer der beiden Altersklassen widersprechen: sollte man denken.

Touristen in London

Wir können nichts erleben, ohne es gleich zu teilen

Allerdings sind soziale Netzwerke wie Instagram oder auch Snapchat wesentlich jünger und sie wirken auch viel frischer und unkomplizierter auf mich. Facebook hingegen ist irgendwie alt und war schon immer da. Wir Jugendlichen suchen aber immer das Aufregende und Kurzweilige.

Zwar muss ich zugeben, dass ich gar kein so genaues Bild von Facebook habe, aber ich kann mir kaum vorstellen, dass es Instagram übertreffen könnte. Bei Instagram kann man Bilder vielseitig bearbeiten, sogenannte Storys mit Umfragen, Abstimmungen, Musik, Hashtags, GIFs, Standorten und vielem mehr hochladen oder auch Livevideos starten. Außerdem werden jeden Monat neue Features hochgeladen und man kann sich vor einer neuen Funktion hier, einer neuen Möglichkeit da kaum retten.

Wir wollen uns selbst verwirklichen

Weil wir unser Leben in den sozialen Netzwerken möglichst einzigartig und besonders darstellen wollen, sind diese vielen Funktionen natürlich sehr willkommen. Jedes Bild kann so bearbeitet werden, bis wir damit zufrieden sind.  Alle sollen sehen, wie vollkommen unser Leben bzw. Alltag ist. In meiner Story kann ich allen zeigen, an welchen tollen Orten ich gerade bin oder was ich witziges erlebt habe. Insgesamt eignet sich Instagram also am besten, um den genannten Bedürfnissen nachzukommen.

Mittlerweile gibt es natürlich noch mehr Gründe, warum sich Jugendliche nicht bei Facebook einloggen und stattdessen Instagram vorziehen. Immer wieder macht Facebook negative Schlagzeilen mit dem Missbrauch von Nutzerdaten. Wir sind vielleicht ziemlich naiv oder zumindest unbedacht, was das Preisgeben unserer Daten angeht, aber was Facebook in den letzten Jahren mit den Daten angestellt hat, wirkt auf die Jüngeren extrem abschreckend. Facebook müsste also erst einmal Vertrauen zurückgewinnen und vor allem wieder den Status eines modernen, lockeren sozialen Netzwerks bekommen. Dahinter steckt allerdings viel Arbeit und Zeit. Doch auch Instagram könnte irgendwann wieder "out" sein und die ganze Entwicklung ginge in eine andere Richtung. Bis es dazu kommt, müsste jedoch schon einiges passieren.

 

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