Initiator der ″Ice Bucket Challenge″ gestorben | Aktuell Welt | DW | 10.12.2019
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Aktuell Welt

Initiator der "Ice Bucket Challenge" gestorben

Die Selbstkasteiung mit Eiswasser wurde 2014 als Internet-Phänomen weltweit bekannt - und mit ihr die Nervenkrankheit ALS. Nun ist Pete Frates, einer der ersten Unterstützer der Kampagne, an ALS gestorben.

Der ehemalige US-College-Baseballspieler Pete Frates ist tot. Der Mitinitiator der "Ice Bucket Challenge" sei "nach einer heldenhaften Schlacht" gegen die ALS-Krankheit gestorben, teilte seine Familie über die Internetseite seines ehemaligen Teams am Boston College mit. Er wurde 34 Jahre alt.

Frates war einer derjenigen ALS-Kranken, die die Idee der Mutprobe mit einem Eiswasserkübel sehr früh aufgriffen, um die Nervenkrankheit ins Bewusstsein zu rücken und Spenden zu generieren.

Frates (im Vordergrund) während einer Challenge des Bostoner Baseball-Mannschaft Red Sox

Frates (im Vordergrund) während einer Challenge des Bostoner Baseball-Mannschaft Red Sox

Weltweit beteiligten sich unzählige Menschen an der Aktion, darunter auch viele Prominente. Die deutsche Schlagersängerin Helene Fischer ließ sich im BH von zwei halbnackten jungen Männern aus einer silbernen Schale vom eiskalten Wasser überschütten, der Schauspieler Robert Downey Jr. war im Whirlpool und Microsoft-Gründer Bill Gates trug dabei ein blaues Hemd.

Prinzip der Challenge war es, dass Videos der Duschen ins Internet gestellt wurden. Die nassen Teilnehmer nominierten in den Videos dann andere Leute, es ihnen gleichzutun. Im Jahr 2014 kamen Dank der Aktion 220 Millionen Dollar (etwa 199 Millionen Euro) an Spenden zusammen.

Der ehemalige US-Präsident George W. Bush wird von seiner Frau mit Eiswasser übergossen

Der ehemalige US-Präsident George W. Bush wird von seiner Frau mit Eiswasser übergossen

Insbesondere in den USA nahmen Sportler und Teams mit emotionalen Worten Abschied von Mitinitator Frates. "Unser Mitgefühl und Beileid geht an seine Familie", teilte NBA-Rekordchampion Boston Celtics mit. Das Eishockeyteam der Boston Bruins nannte Frates die "Definition einer Inspiration". "Sein Mut, seine Hingabe und sein Kampf gegen die Krankheit haben Boston - und die gesamte Welt - stolz gemacht", schrieben die Bruins bei Twitter.

Amyotrophe Lateralsklerose (ALS) führt zu zerstörten Nerven und fortschreitender Muskellähmung. Die Betroffenen können sich im Verlauf der Erkrankung nicht mehr bewegen. Sie haben Schwierigkeiten beim Schlucken, Sprechen und Atmen, bleiben in der Regel aber geistig fit. Die Krankheit tritt häufig um das 50. Lebensjahr auf, etwa die Hälfte der Patienten stirbt innerhalb der ersten drei Jahre.

stu/AR (dpa, sid)