Indonesien will Wahlkampfmüll recyceln | Asien | DW | 18.04.2019
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Umweltschutz

Indonesien will Wahlkampfmüll recyceln

Nach einer Wahl haben es die Parteien meistens nicht eilig, ihre Plakate abzuhängen. Das ist nicht schön und mitunter auch umweltschädlich. Ein echtes Problem im riesigen Indonesien, wo man jetzt neue Wege geht.

Wohin mit dem Wahlkampfmüll? Fahnen und Banner werden oftmals von den Teilnehmern der politischen Veranstaltungen in Indonesien auf der Straße liegengelassen, Abertausende Plakate und Transparente werben an Straßenkreuzungen noch lange nach den Wahlen sinnlos für Sieger und Verlierer.

An manchen Stellen, wie im Bezirk Gambir im Zentrum der Hauptstadt Jakarta, wird das Material von der Stadtverwaltung eingesammelt, wie Fitrano Jaya Putra, Gambirs Polizeichef, gegenüber der DW erklärt: "Die Transparente, Plakate und Fahnen werden registriert. Danach werden sie zum Lagerplatz in Cakung gebracht. Wenn die Parteien sie noch mal benutzen möchten, können sie die Sachen dort abholen." Insgesamt 6537 einzelne Posten wurden registriert.

Indonesien Wahlen Wahlwerbung wird entfernt (Rizki Djaffar)

"Parteien können sich ihr Wahlkampfmaterial gerne wieder abholen"

Nicht mehr auf die Müllhalde 

Allerdings landet das Wahlkampfmaterial  zum größten Teil doch auf der Müllhalde. Da vieles davon aus Kunststoff besteht, ist das Ganze eine erhebliche Belastung für die Umwelt.

Jetzt soll ein neuer Weg beschritten werden: In Bandung in West-Java rief die Recycling-Firma Parongpong die Bewohner auf, nicht entferntes Wahlkampfmaterial  aus Kunststoff aufzusammeln und bei der Firma abzugeben. "Wir waren auf der Suche nach passendem Material, um Mehrzweck-Beutel herzustellen. Die Plakate sind dafür genau das Richtige, weil sie fest und wasserdicht sind", erklärt Parongpongs Gründer Rendy Aditya Wachid gegenüber der DW. Die Aktion läuft unter dem Namen "The Trash Bag Project."


Wachid glaubt, dass die Kampagne zu mehr Verantwortungsgefühl der Bewohner für ihre Stadt führen wird. Zum einen wollten die Leute nicht, dass die Plakate noch lange nach der Wahl das Stadtbild  verunstalten. Zum anderen sei noch die Erinnerung an die Katastrophe von 2005 wach, als beim Brand einer zentralen Müllhalde Häuser unter einer Lawine aus geschmolzenem Kunststoff begraben wurden und über 100 Bewohner ums Leben kamen.

"Ideal für Regenschirm oder Tasche" 

Auch der Gouverneur von Zentral-Java, Ganjar Pranowo, setzt sich für die neue Idee des Recyclings von Wahlkampfrequisiten ein. Auf Instagram lädt er zur Teilnahme an einem Ideen-Wettbewerb ein.

"Wollen Sie daraus vielleicht einen Regenschirm machen? Oder eine Tasche? Was auch immer es ist, dieses Plakat ist gutes Material dafür!" so Ganjar Pranowo in der Videobotschaft. Die zehn besten Ideen, die bis zum 22. April eingereicht werden müssen, will der Gouverneur mit insgesamt 20 Millionen Rupiah (circa 1250 Euro) belohnen.

Mitarbeit: Rizki Akbar Putra, Maulana Rizki Djafar

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