Indonesien will seine Hauptstadt verlegen | Aktuell Asien | DW | 08.08.2019
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Südasien

Indonesien will seine Hauptstadt verlegen

Regierung und Parlament sollen aus Jakarta abgezogen werden und ihren Sitz auf der Insel Borneo bekommen. Spätestens 2024 soll der Umzug beginnen. Unklar ist derzeit, welche Stadt den Zuschlag bekommen wird.

Indonesien Jakarta Skyline (Imago Images/Zuma/A. Gal)

Blick auf die Skyline von Jakarta

Damit nehmen die Pläne, über die in dem sich über Tausende Inseln erstreckenden asiatischen Land schon länger spekuliert wird, langsam Gestalt an. 

Präsident Joko Widodo kündigte auf Twitter an, Ziel der Regierung ist es, bis 2024 eine neue Hauptstadt zu haben. Alle Aspekte würden detailliert geprüft, so dass die Entscheidung für die neue Hauptstadt mit Blick auf die nächsten 10, 50 und 100 Jahre richtig ausfallen werde, erklärte der Staatschef:

Die Kosten für das Projekt werden von der Regierung auf etwa 20 bis 30 Milliarden Dollar geschätzt. Als neuer Regierungssitz sind vor allem die Provinzstädte Palangkaraya und Balikpapan auf Borneo im Gespräch. Bauminister Basuki Hadimuljono hatte vor wenigen Tagen von einer umweltgerechten und technologisch hochmodernen "smarten Wald-Stadt" gesprochen, die das Herz der Regenwaldinsel Borneo nicht beschädigen werde. Die Insel ist zwischen Brunei, Malaysia und Indonesien geteilt. Der indonesische Teil heißt Kalimantan.

Indonesien Jakarta Straßenverkehr (Imago Images/Zuma/D. Husni)

Autos, Zweiräder und alles in Massen, der alltägliche Wahnsinn in Jakarta

Die derzeitige Haupstadt befindet sich an der Nordwestküste der Insel Java. Dort hatte es erst vor wenigen Tagen wieder ein schweres Erdbebengegeben. Die Sorge vor Naturkatastrophen ist aber nicht der einzige Grund für die Umzugspläne: Jakarta hat offiziell zehn Millionen Einwohner, im Großraum leben mehr als 30 Millionen Menschen. Trotz einer neuen U-Bahn sind die Verkehrsprobleme enorm. Tag für Tag erstickt die Metropole nahezu in Staus und Smog. Zudem droht die Mega-City bei weiter steigendem Meeresspiegel zu versinken: 40 Prozent der Fläche befinden sich inzwischen unter dem Meeresspiegel. Verschärft wird das Problem dadurch, dass zu viel Grundwasser entnommen wird und sich in der Folge der Boden Jakartas weiter absenkt.

qu/uh (dpa, rtr, epd)

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