Indien und Pakistan lassen Kaschmir-Konflikt eskalieren | Aktuell Asien | DW | 29.09.2016
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Kaschmir-Konflikt

Indien und Pakistan lassen Kaschmir-Konflikt eskalieren

Seit einem Angriff auf eine indische Militärbasis in dem Gebiet nehmen die Spannungen zu. Indien bestätigt nun erstmals seit 45 Jahren, eine Militäroperation auf pakistanischem Boden auszuführen.

Man habe "chirurgische Operationen" gegen "Terroristen" in der Himalaya-Region Kaschmir unternommen, sagte ein Militärsprecher. Grund dafür sei gewesen, dass sich "terroristische Teams" in der Nähe von  "Abschusseinrichtungen" in dem umstrittenen Gebiet positioniert hätten, sagte Generalleutnant Ranbir Singh. Die "Terroristen" und ihre Unterstützer seien für schwere Angriffe auf indisches Gebiet verantwortlich.

Unterschiedliche Interpretationen

Pakistans Regierungschef Nawaz Sharif verurteilte das indische Vorgehen als "offene Aggression". Die pakistanischen Streitkräfte widersprachen der Darstellung. Die Angriffe seien keineswegs "chirurgischer" Art gewesen. Vielmehr habe es sich um "grenzüberschreitenden Beschuss" gehandelt. Die pakistanischen Truppen hätten das Feuer erwidert. Mindestens zwei pakistanische Soldaten sollen getötet worden sein. Das Gefecht habe rund sechs Stunden gedauert, erklärten die Streitkräfte. Auf indischer Seite gab es nach eigenen Angaben keine Toten.

Indien Kashmir Eskalation Gefechte (Reuters/D.Ismail )

In Indien gibt es seit Wochen Demonstrationen gegen die neue Eskalation des Konflikts

Die Finanzmärkte reagierten auf die Nachrichten verschreckt: Der Leitindex an der Börse in Mumbai fiel um 1,6 Prozent, während die indische Rupie um 0,8 Prozent nachgab.

Seit Terrorangriff vor zwei Woche Lage angespannt

Indien und Pakistan haben seit ihrer Unabhängigkeit von Großbritannien 1947 drei Kriege gegeneinander geführt, bei zweien ging es um das zwischen beiden Staaten umstrittene Grenzgebiet Kaschmir. Kaschmir ist zwischen den beiden Nachbarländern - sowie China - aufgeteilt. Pakistan und Indien beansprucht den jeweils vom anderen Land kontrollierten Teil. Indien wirft dem islamisch geprägten Pakistan vor, auf seinem Staatsgebiet gezielt Terrorismus und damit auch Anschläge auf indischem Boden zu fördern. Die Spannungen sind gestiegen, seit beide Seiten über Atomwaffen verfügen.

Nach einem Terrorangriff auf eine indische Militärbasis in Kaschmir Mitte September eskaliert die Rhetorik auf beiden Seiten erneut. Bei dem Angriff kamen 18 Soldaten ums Leben. Indien macht Pakistan dafür verantwortlich. 

Neuer Streit um Wasserabkommen

Am Montag hatte der indische Ministerpräsident Narendra Modi auf einem Treffen mit Beamten des Wasser- und des Außenministeriums eine härtere Gangart gegenüber Pakistan angekündigt. "Blut und Wasser können nicht zusammen fließen", sagte Modi. Indien wolle das Indus-Wasserabkommen zwar nicht kündigen, aber den Dialog mit Pakistan aussetzen und seine Wasserentnahme maximieren. Das Abkommen regelt die Nutzung des Flusses Indus und seiner Nebenarme. Teil des Abkommens ist, dass Indien das stromabwärts liegende Pakistan nicht von dessen Nutzung abschneidet.

Daraufhin bezeichnete es Pakistan als einen "Akt des Krieges", dass Indien das 56 Jahre alte Indus-Wasserabkommen brechen könnte. Kurz darauf sagte die indische Regierung ihre Teilnahme an dem für November geplanten Gipfeltreffen der südasiatischen SAARC-Länder in Pakistan ab, dem ersten Treffen dieser Art seit mehr als zwei Jahren.

chr/rb (rtr, dpa, afp)

 

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