Indien: Mob tötet Muslim wegen heiliger Kühe | Aktuell Welt | DW | 21.07.2018
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Lynchjustiz

Indien: Mob tötet Muslim wegen heiliger Kühe

Die Fälle häufen sich in Indien: Angeblich habe er heilige Kühe zum Schlachter bringen wollen - das Gerücht war dann sein Todesurteil. Ein Mob schlug den 28-jährigen Muslim auf offener Straße zu Tode.

Indien Rajasthan Kuh (picture-alliance/Sodapix AG/S. Natascha)

Kühe gelten der hinduistischen Mehrheit in Indien als heilig. Das Schlachten der Tiere ist in mehreren Bundesstaaten untersagt

Eine Gruppe aus fünf bis sieben Dorfbewohnern hat den Muslim auf offener Straße zu Tode geprügelt. Das Opfer sei auf dem Weg ins Krankenhaus gestorben. Ein zweiter Mann konnte der aufgebrachten Menge entkommen, teilte die Polizei mit.

Gemeinsam mit dem weiteren Mann soll der 28-Jährige mehrere Kühe vor sich her getrieben haben, als Dorfbewohner über sie herfielen. "Es ist nicht klar, ob sie Kuh-Schmuggler waren", sagte ein Polizist. Vier oder fünf Angreifer seien identifiziert, aber noch nicht gefasst worden.

Der Vorsteher der muslimischen Gemeinde, zu der die beiden gehören, widerspricht den Gerüchten: Die beiden Männer seien mit den Tieren auf dem Heimweg in ihr Dorf gewesen und wollten die Kühe nicht zum Schlachten führen, sagte er. 

Kühe gelten der hinduistischen Mehrheit in Indien als heilig. Das Schlachten der Tiere ist in mehreren Bundesstaaten untersagt, unter anderem in Rajasthan, wo der Vorfall geschah. Es kommt immer wieder vor, dass selbst ernannte Beschützer von Kühen in Indien Menschen angreifen. Die Opfer sind meist Muslime oder Dalits - die früher "Unberührbare" genannten Angehörigen der untersten Schicht im Kastensystem. Die Vorfälle mehren sich, seitdem die hindu-nationalistische Partei BJP im Jahr 2014 an die Regierung kam.

nob/fab (rtr, dpa, afp)

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