Indien kauft Waffen aus Russland | Aktuell Asien | DW | 15.10.2016
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BRICS-Gipfel

Indien kauft Waffen aus Russland

Am Rande des BRICS-Gipfels haben Indien und Russland Rüstungsverträge im Wert von mehreren Milliarden Euro unterschrieben. Kernstück ist die Lieferung russischer Raketen.

Dabei handelt es sich um das Raketensystemen des Typs S-400 Triumph. Die Boden-Luft-Raketen haben eine Reichweite von rund 400 Kilometern und können gegen Kampfflugzeuge und Marschflugkörper eingesetzt werden.

Nach Angaben des Fernsehsenders NDTV sollen vier Systeme zum Gesamtpreis von umgerechnet 5,3 Milliarden Euro an Indien gehen. Zudem will Indien 200 Kampfhubschrauber vom Typ Kamov 226T sowie vier 11356-Fregatten kaufen, die jeweils in Indien produziert werden sollen.

Insgesamt wurden 16 Vereinbarungen unterschrieben, die neben der Rüstung auch eine engere Kooperation in der Raumfahrt oder in die Förderung intelligenter, vernetzter Städtekonzepte, sogenannte "smart cities".

Beide Staaten unterhalten seit Jahrzehnten eine enge Partnerschaft. Etwa 70 Prozent aller Rüstungsgüter der indischen Armee stammen nach Angaben des indischen Verteidigungsministeriums aus Russland.

Doppelgipfel berät über Freihandel

Im Anschluss an die Unterschriften wurden per Videokonferenz ein neuer Reaktor eines mit russischer Technik gebauten Atomkraftwerks in Kudankulam im indischen Bundesstaat Tamil Nadu eingeweiht. Außerdem wurden die Grundsteine für zwei weitere Reaktorblöcke gelegt.

Die bilateralen Gespräche zwischen Indiens Premierminister Narendra Modi und dem russischen Präsidenten Wladimir Putin fanden am Rande des BRICS-Gipfeltreffens im indischen Goa statt. Das zweitägige Treffen der Regierungschefs von Brasilien, Russland, Indien, China und Südafrika (die Anfangsbuchstaben der Staaten bilden den Namen der Gruppe) dauert bis Sonntag.

Gastgeber Indien lud zu dem Treffen noch acht weitere Staats- und Regierungschefs ein. Damit kommt es erstmals zu einem Zusammentreffen der BRICS-Regierungschefs mit denen von BIMSTEC. Das ist eine nach dem Golf von Bengalen benannte Gruppe von Ländern, die ursprünglich mit dem Ziel gegründet wurde, bis 2017 eine gemeinsame Freihandelszone zu errichten. Neben Indien gehören Bangladesch, Bhutan, Myanmar, Nepal, Sri Lanka und Thailand dazu.

mm/qu (dpa, afp, ap)