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Wie der KI-Boom die Wasserkrise in Indien weiter verschärft

Shubhangi Derhgawen
22. Februar 2026

Indien subventioniert den Bau von Rechenzentren. Das Land will zum einem KI-Vorreiter werden. Am Rande Delhis könnte das die Wasserknappheit verschärfen. Die DW hat Leidtragende zu Hause besucht.

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In GB Nagar, am Rand der indischen Hauptstadtregion Delhi, beginnt jeder Tag für Kanta Devi mit dem Gang zum Wasserholen. Fließend Wasser gibt es für ihre sechsköpfige Familie nicht, sechs Eimer pro Tag müssen reichen zum Waschen, Wäschewaschen, Kochen und Trinken. Ein staatlicher Tankwagen kommt einmal täglich - aber niemand weiß, wann genau. Dann bilden sich lange Schlangen, und vor allem Frauen schleppen stundenlang Kanister.

Eigentlich sollte eine Leitung täglich 50 Millionen Liter Gangeswasser in die Region transportieren. Doch das Projekt wurde 2025 gestoppt - offiziell wegen des sinkenden Grundwassers. Doch nur einen Kilometer weiter entsteht ein 50-Megawatt-Rechenzentrum für Künstliche Intelligenz der Adani Group und EdgeConneX, für das die Regierung eine dauerhafte Wasserversorgung zugesagt hat.

Die zuständige Behörde hat die Anfragen der DW ignoriert. Die Umweltexpertin Shalu Agarwal sagt, dass Rechenzentren bevorzugt gefördert werden. Nachhaltigkeit werde bei Indiens Ambitionen zu einer KI-Macht kaum berücksichtigt. In GB Nagar sinkt der Grundwasserspiegel seit Jahren - und das neue Rechenzentrum dürfte das Problem weiter verstärken.