Inderinnen wegen angeblicher Hexerei getötet | Aktuell Asien | DW | 08.08.2015
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Aktuell Asien

Inderinnen wegen angeblicher Hexerei getötet

Es klingt eher nach Mittelalter als nach Neuzeit. Wegen angeblicher Hexerei haben Dorfbewohner im ostindischen Bundesstaat Jharkhand fünf Frauen zu Tode geprügelt.

Mitten in der Nacht wurden die der Hexerei beschuldigten Frauen nach Polizeiangaben von einem wütenden Mob aus ihren Hütten getrieben. Die Frauen seien mit Holzstöcken und spitzen Gegenständen angegriffen und erschlagen worden. Die Polizei nahm 24 Dorfbewohner wegen dringender Tatbeteiligung fest. Mit weiteren Festnahmen sei zu rechnen.

Nach Angaben der örtlichen Behörden machten die Bewohner der Ortschaft nahe der Stadt Ranchi die Frauen für Unglück und Krankheitsfälle im Dorf verantwortlich.

Schwarze Magie

Die Regierung des Bundesstaates Jharkhand verurteilte das Verbrechen. In aufgeklärten Zeiten sei solch ein Vorfall traurig und die Gesellschaft müsse darüber nachdenken, hieß es in einer Erklärung.

In Teilen Indiens ist der Glaube an Hexen und okkulte Kräfte bis heute weit verbreitet. Immer wieder gibt es Berichte über Vorfälle, bei denen zumeist Frauen unter dem Vorwurf der Hexerei gefoltert und ermordet werden. Zwischen 2000 und 2012 wurden laut Statistiken mindestens 2100 Menschen wegen angeblicher Hexerei umgebracht.

qu/se (dpa, afp)

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