In der Kommune | Archiv | DW | 14.11.2013
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Archiv

In der Kommune

Im Reisetagebuch schildern die Kandidaten abwechselnd ihre ganz persönlichen Erlebnisse und Gedanken rund um die Dreharbeiten. Heute verrät Almudena, ob sie gerne in einer Wohngemeinschaft leben würde.

Unsere Aufgabe in Münster fand in einer Kommune statt. Wie bitte? In einer Kommune? Mir fiel sofort das Stichwort Politik ein und das berühmte Bild aus der „Kommune 1“Ende der 1960er-Jahre in West-Berlin: die Rückenansicht von nackten Menschen, die vor einer Wand stehen. Da ich gar nicht wusste, dass es in Deutschland immer noch Leute gibt, die in Kommunen leben, war ich ziemlich schockiert, aber gleichzeitig auch gespannt.

Als wir in der Kommune waren, änderte sich mein Eindruck sofort. In Münster versteht man unter diesem Begriff, dass Menschen, die unterschiedlich alt sind, ein Lebensprojektteilen. Obwohl jede Familie oder jede Person in ihrer eigenen Wohnung lebt, werden viele Aktivitäten des Alltags wie kochen, den Garten pflegen, Musik machen oder den Kindern bei den Hausaufgaben helfen gemeinsam durchgeführt.

Meiner Meinung nach drückt die Kommune ein schönes Familiengefühl aus. Es erinnert mich aber zu sehr an die Hippies, und dieser Lebensstil passt zu mir persönlich gar nicht. Es würde mich bestimmt überfordern, so zu leben. Natürlich liebe ich es, mich mit Menschen zu unterhalten und gemeinsam Zeit zu verbringen. Aber es ist mir auch wichtig, meine Privatsphäre zu haben! Immer verfügbar zu sein, gut gelaunt und außerdem noch hilfsbereit zu jedem, wäre wirklich anstrengend für mich, da jeder Mensch auch seine eigene Zeit nur für sich braucht.

Außerdem ist die spanische Mentalität ganz anders. Wir legen sehr viel Wert auf die eigene Wohnung und auf das Familienleben. Darum kauft fast jede Familie eine eigene Wohnung, in der die Eltern mit den Kindern zusammenwohnen, auch wenn die Kinder schon über 30 sind! Sogar die Großeltern leben oft hier!

Text: Almudena