Ich will Gerechtigkeit! | DokFilm | DW | 19.02.2020
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DokFilm

Ich will Gerechtigkeit!

Ekhlas ist Jesidin, mit 14 war sie eine Gefangene des IS im Nordirak, heute ist sie eine Kämpferin. Der Dokumentarfilm erzählt von einer jungen Frau, die nach ihrer gelungenen Flucht nach Deutschland der Brutalität des Terrors trotzt.

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Die Jesiden sind eine ethnisch-religiöse Minderheit aus dem Nordirak. Ekhlas ist die Jüngste in der großen Familie mit vier Brüdern und drei Schwestern. Am 3. August 2014 begann der Islamische Staat einen Genozid an den Jesiden. Sie betrachten die Jesiden als Teufelsanbeter und Ungläubige. IS-Kämpfer töteten Ekhlas' Vater vor ihren Augen. Die damals14-Jährige, ihre Mutter und ihre Schwester Makboule kamen in IS-Gefangenschaft und wurden als Sexsklaven gehalten und verkauft. Über Monate hinweg erlebten sie unvorstellbares Leid. Drei Mal versuchte Ekhlas, sich das Leben zu nehmen. Als ihr nach sechs Monaten als einer der ersten Frauen die Flucht gelang, schwor sie sich, für Gerechtigkeit und für die Freiheit der Frauen in IS-Gefangenschaft zu kämpfen. Durch das Baden-Württembergische Sonderkontingent für besonders schutzbedürftige Frauen kam sie 2015 nach Deutschland. Ekhlas ist eine der Ersten, die vor dem britischen Parlament 2016 und später in der UN von den Menschenrechtsverletzungen des IS öffentlich berichteten. Sie leistete damit einen wichtigen Beitrag zur internationalen Anerkennung des Genozids an den Jesiden. In Deutschland nimmt Ekhlas therapeutische Hilfe in Anspruch. Sie geht zur Schule und macht einen Abschluss. Außerdem engagiert sie sich in einer Online-Selbsthilfegruppe für andere betroffene Frauen im Irak. Weil Ekhlas' Vater und alle Brüder tot sind, hat sie die Verantwortung für die Familienangehörigen übernommen, die mit ihr nach Deutschland einreisen durften. Der Film begleitet Ekhlas und zeigt eine starke, ungebrochene Frau im Kampf für Würde und Gerechtigkeit.