IAEA: Iran stockt Uran-Vorräte weiter auf | Aktuell Asien | DW | 03.03.2020
  1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

Atomkonflikt

IAEA: Iran stockt Uran-Vorräte weiter auf

Das Mullah-Regime in Teheran besitzt nun mehr als eine Tonne angereicherten Urans. Damit wird die im Atomabkommen festgelegte Menge um ein Vielfaches überschritten. Die Internationale Atomenergiebehörde schlägt Alarm.

Iran 2007 | Isfahan Uranium Conversion Facilities NEU (Getty Images/AFP/B. Mehri)

Techniker in einer Atomanlage in Isfahan (Archivbild)

Der Iran hat das Tempo seines schrittweisen Ausstiegs aus dem internationalen Atomabkommen von 2015 beschleunigt. Die Islamische Republik sei nun im Besitz von rund 1020 Kilogramm an angereichertem Uran, heißt es in einem Bericht der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA). Damit hat sich der Uran-Vorrat des Mullah-Regimes in Teheran fast verdreifacht im Vergleich zum vorherigen IAEA-Report vom November 2019.

Zugang zu Atomanlagen verwehrt

Teheran verstößt damit gegen die im Atomabkommen festgelegte Obergrenze von 300 Kilogramm. Weiter heißt es in dem jüngsten Bericht, Teheran habe die Experten der IAEA im Januar an Kontrollbesuchen gehindert. Ihnen sei der Zugang zu zwei Anlagen verwehrt worden, erklärte die Atomenergiebehörde. Ihr Chef Rafael Grossi forderte den Iran auf, die volle Kooperation mit der UN-Behörde wieder aufzunehmen.

IAEA-Direktor Rafael Grossi (picture-alliance/AP Photo/R. Zak)

IAEA-Chef Rafael Mariano Grossi verlangt mehr Kooperation von Teheran

Bedenken wegen nicht deklarierter Atomanlage 

Darüber hinaus verlangte Grossi "Aufklärung" über eine nicht deklarierte Anlage in Teheran, wo zuletzt Uranpartikel gefunden worden waren: "Ich schlage Alarm", sagte er und forderte, Teheran müsse klarer mit der Behörde zusammenarbeiten. Israel vermutet, dass an dem Standort geheime atomare Aktivitäten stattfinden. Der Iran hat sich dazu trotz wiederholter Aufforderung bislang nicht erklärt.

Atomvertrag bröckelt

Der Atomvertrag von 2015 sollte dafür sorgen, dass der Iran sein Atomprogramm nur zu zivilen Zwecken nutzt und keine Atombombe bauen kann. Im Gegenzug war ein Ende der wirtschaftlichen Isolation in Aussicht gestellt worden.

Die USA hatten den Vertrag im Mai 2018 einseitig aufgekündigt und wieder Sanktionen gegen Teheran verhängt. Deutschland, Frankreich und Großbritannien versuchen, das Abkommen noch zu retten. Doch zieht sich der Iran inzwischen selbst schrittweise aus der Vereinbarung zurück - auch weil die EU ihr Versprechen nicht erfüllen konnte, die wirtschaftlichen Folgen der US-Strafmaßnahmen aufzufangen.

uh/sam (dpa, afp, rtr)

Die Redaktion empfiehlt