Hunderttausende bei Trauermarsch für Soleimani | Aktuell Nahost | DW | 06.01.2020
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Iran

Hunderttausende bei Trauermarsch für Soleimani

In Teheran haben Hunderttausende Abschied von General Soleimani genommen. Die Regierung hatte den Tag zum Feiertag erklärt. Beerdigt soll der von den USA getötete General aber an einem anderen Ort.

Iran Trauerzeremonie für getöteten General Soleimani in Teheran (AFP)

In Teheran haben sich ähnlich viele Trauernde versammelt wie nach dem Tod von Ajatollah Ruhollah Chomeini 1989.

Es war eine gewaltige Menschenmenge, die sich in der iranischen Hauptstadt zu der Trauerfeier für den bei einem US-Angriff getöteten General Ghassem Soleimani versammelt hatte. Staatliche iranische Medien ging die Zahl der Teilnehmer in die Millionen. Die in Schwarz gekleideten Menschen kamen zunächst im Umfeld der Universität von Teheran zusammen, wo das Geistliche Oberhaupt des Iran, Ayatollah Ali Chamenei, im Beisein von Staatschef Hassan Rohani ein Leichengebet abhielt. Chamenei versagte dabei die Stimme. 

Viele Menschen hatten Portraits des Verstorbenen dabei und schwenkten iranische und rote Fahnen. Rot gilt im Iran als die Farbe der Märtyrer. Fast alle Fernsehsender berichten live aus Teheran.

"Tod Amerika, Tod Israel"

Soleimani hatte die für Auslandseinsätze zuständigen Al-Kuds-Brigaden der iranischen Revolutionsbrigaden befehligt und besaß auch großen Einfluss im Nahen Osten. Er wurde am Freitag im Irak gezielt durch einen Drohnenangriff der USA getötet. Der Iran hatte wiederholt mit "schwerer Vergeltung" gedroht. Auch bei der Trauerfeier erschallten die Rufe "Tod Amerika" und "Tod Israel".

Die tagelangen Trauerfeierlichkeiten für Soleimani hatten bereits am Sonntag in der südwestiranischen Stadt Ahvas begonnen. Dort waren die sterblichen Überreste des Generals durch die Straße getragen worden, bevor sie weiter in die nordöstliche Stadt Maschhad und dann nach Teheran gebracht wurden. Für die Hauptstadt hatte die Regierung einen örtlichen Feiertag ausgerufen, damit möglichst viele Menschen an den Trauerfeierlichkeiten teilnehmen können.

Drohung gegen US-Soldaten

Bei der Zeremonie in der Universität Teherans erklärte Soleimanis Tochter Seinab, den USA und dem verbündeten Israel stünde ein schwarzer Tag bevor. "Verrückter Trump, denke nicht, dass mit dem Märtyrertöd meines Vaters alles vorbei ist", sagte Soleimani vor einer großen Menge. Die Familien der im Nahen Osten stationierten US-Soldaten könnten sich schon jetzt auf den Tod ihrer Kinder vorbereiten.

Die Beisetzung der Leiche findet voraussichtlich an diesem Dienstag in Soleimanis Geburtsort Kerman im Südostiran statt. Auch dort hat die Regierung den Dienstag zum örtlichen Feiertag erklärt.

djo/lh (afp, dpa)

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