Hunderte Polizisten im Einsatz gegen irakische Rocker in NRW | Aktuell Europa | DW | 22.05.2019
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Organisierte Kriminalität

Hunderte Polizisten im Einsatz gegen irakische Rocker in NRW

Die Polizei in Nordrhein-Westfalen ist mit einer Großrazzia gegen die Organisation "Al-Salam-313" vorgegangen. Die Gruppe wird mit Schleuserkriminalität, Waffenschieberei und Fälschungsdelikten in Verbindung gebracht.

Polizeiaufgebot in Essen, Nordrhein-Westfalen

Polizeiaufgebot in Essen, Nordrhein-Westfalen

In elf Städten in Nordrhein-Westfalen durchsuchten vom frühen Morgen an Polizisten 49 Objekte von 34 Mitgliedern der Organisation. Der Schwerpunkt des Großeinsatzes lag laut Polizei im Raum Köln und dem Ruhrgebiet. Weitere Einsatzorte waren Essen, Dortmund, Hünxe, Bonn und Siegburg. Insgesamt waren rund 800 Beamte im Einsatz. Die Ermittler beschlagnahmten Bargeld und Computer.

Nach Angaben von Landesinnenminister Herbert Reul (CDU) gab es eine Festnahme. Den Ermittlern sei "ein erfolgreicher Schlag gegen die organisierte Kriminalität" gelungen, sagte er. Ob die Gruppe "Al-Salam-313" auch außerhalb von Nordrhein-Westfalen aktiv sei, wisse er nicht. Sie sei öffentlich nicht sonderlich bekannt, die Polizei beobachte sie aber schon seit Längerem. Es handele sich um eine Art Clan. Nun müssten zunächst die zahlreichen Beweismittel geprüft werden.

Die Verdächtigen hätten teils irakische, teils syrische Staatsangehörigkeit, teilte Reul mit. Zum Teil handele es sich aber auch um Deutsche mit Migrationshintergrund.

Viele Tatvorwürfe

Den Mitgliedern der Organisation werden unter anderem illegaler Handel und Schleuserkriminalität vorgeworfen. Neben dem Handel mit Waffen und Betäubungsmitteln geht es vor allem um gefälschte Ausweise. Haftbefehle seien bislang nicht vollstreckt worden, sagte ein Polizeisprecher. An der Razzia waren nach Polizeiangaben auch Spezialeinheiten und Fahnder des Staatsschutzes beteiligt. Ziel der Maßnahmen sei es, Beweismittel zu finden. 

Die Boulevardzeitung "Bild" berichtet außerdem, die irakischen Rocker stünden unter Verdacht, Milizen im Irak mit illegal erworbenem Geld unterstützt zu haben. Die Durchsuchungen sollten auch dazu beitragen, zu klären, ob mit dem Geld terroristische Gruppen unterstützt wurden. In der Vergangenheit sollen die Rocker in Auseinandersetzungen mit Mitgliedern libanesischer Clans verwickelt sein. Das bestätigte die Polizei bisher nicht. Gegen die Gruppe werde seit geraumer Zeit ermittelt, sagte ein Sprecher der Polizei gegenüber der Deutschen Presse-Agentur.

lh/kle/gri (dpa, afp, bild.de)

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