Hongkonger Museum zu Tiananmen-Massaker wiedereröffnet | Aktuell Asien | DW | 26.04.2019
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China

Hongkonger Museum zu Tiananmen-Massaker wiedereröffnet

In China ist das museale Gedenken an das Blutbad in Peking vor fast 30 Jahren nur in Hongkong möglich. Aber selbst in der Sonderverwaltungszone war die Neueröffnung an einem anderen Standort mit Hindernissen verbunden.

Kurz vor dem 30. Jahrestag des Tiananmen-Massakers ist in Hongkong ein Museum zum Gedenken an die Studentenproteste in Peking wiedereröffnet worden. Das Museum, das von der Hongkonger Allianz zur Unterstützung Patriotischer Demokratischer Bewegungen in China betrieben wird, war 2016 vorübergehend geschlossen worden. Nun öffnete es an einem neuen Standort in dem belebten Einkaufsviertel Mong Kok wieder die Türen für Besucher.

Im Frühjahr 1989 hatten sich auf dem Platz des Himmlischen Friedens (Tiananmen-Platz) in Chinas Hauptstadt über Wochen hinweg Demonstranten versammelt und politische Reformen gefordert. In der Nacht zum 4. Juni 1989 rollten Panzer an. Soldaten eröffneten das Feuer auf die Demonstranten. Bis heute verschweigt Chinas Regierung die wahre Zahl der Opfer. Es dürften jedoch mehrere hundert Tote gewesen sein. Tausende Demonstranten landeten in Gefängnissen oder Arbeitslagern.

Zeitungsseiten, Fotos, Transparente, Kleidungsstücke und noch andere Gegenstände dokumentieren das grausige Geschehen am 4. Juni 1989 auf dem Tiananmen-Platz, dem Platz des Himmlischen Friedens, in Peking (Foto: Reuters/T. Siu)

Zeitungsseiten, Fotos, Transparente, Kleidungsstücke und noch andere Gegenstände dokumentieren das grausige Geschehen am 4. Juni 1989 auf dem Tiananmen-Platz, dem Platz des Himmlischen Friedens, in Peking

Da in der chinesischen Sonderverwaltungszone Hongkong andere Gesetze als im Rest des Landes gelten, findet dort jährlich eine Großdemonstration statt, die an das Massaker erinnert. Auf dem chinesischen Festland ist das Thema dagegen tabu. Vor der Rückgabe Hongkongs an China 1997 hatte die ehemalige britische Kronkolonie zahlreichen Anführern der Proteste bei ihrer Flucht geholfen.

Kurz vor der Neueröffnung war das umstrittene Museum verwüstet worden. Unbekannte hatten Anfang April laut Angaben der Polizei Steckdosen in dem Gebäude mit Wasser beschädigt sowie Einrichtungsstücke zerstört. Medienberichten zufolge wurde vermutet, dass die Täter die Eröffnung des Museums verhindern wollten.

sti/jj (dpa, ARD)

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