Hohe Haftstrafe für Südkoreas Ex-Präsident Lee | Aktuell Asien | DW | 05.10.2018
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Urteil im Korruptionsprozess

Hohe Haftstrafe für Südkoreas Ex-Präsident Lee

Erst katapultierte ein Korruptionsskandal die südkoreanische Präsidentin Park aus dem Amt und später ins Gefängnis. Jetzt sorgt die Verurteilung ihres Vorgängers Lee Myung Bak für Aufsehen.

Korruptionsprozess gegen Ex-Präsident von Südkorea (Getty Images/AFP/Jung Yeon-je)

Lee mit Polizisten (Archivbild)

Der frühere koreanische Präsident Lee Myung Bak muss, wenn das Urteil rechtskräftig wird, 15 Jahre ins Gefängnis und eine Geldstrafe in Höhe von knapp zehn Millionen Euro zahlen. Ein Richter sagte während der Verhandlung in Seoul, die live im Fernsehen übertragen wurde, dass eine schwere Strafe für den Angeklagten unvermeidbar sei.

Bestechung durch Samsung

Das Gericht sah es als erwiesen an, dass Lee in seiner Zeit als Präsident von 2008 bis 2013 Bestechungsgelder in Millionenhöhe vom Geheimdienst, von Unternehmern und anderen Organisationen angenommen hat. Darunter ist auch die südkoreanische Samsung-Gruppe, die sich 2009 eine Begnadigung für Konzernchef Lee Kun Hee erkauft hatte, der wegen Steuerhinterziehung zu einer Bewährungsstrafe verurteilt worden war.

Außerdem hatte der ehemalige Präsident eine Firma unter dem Namen seines Bruders betrieben und dazu genutzt, um schwarze Kasse anzulegen. Der konservative Politiker hatte die Vorwürfe zurückgewiesen und fehlte aus gesundheitlichen Gründen bei der Urteilsverkündigung.

Im August hatte ein Berufungsgericht gegen Lees Nachfolgerin im höchsten Staatsamt, Park Geun Hye, eine 25-jährige Strafe wegen Korruption und anderer Vergehen verhängt. Im Gegensatz zu Lee war Park vorzeitig ihres Amtes enthoben worden.

bri/jj (afpe, dpa)

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