Heftige Kämpfe um letzte IS-Stellungen in libyscher Stadt Sirte | Aktuell Afrika | DW | 28.08.2016
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Aktuell Afrika

Heftige Kämpfe um letzte IS-Stellungen in libyscher Stadt Sirte

Libysche Regierungstruppen haben einen Angriff auf die letzten von der Terrormiliz IS kontrollierten Viertel in Sirte gestartet. Man stehe kurz vor einem Sieg, hieß es. Doch der Blutzoll ist hoch.

Kämpfer der Regierungtruppen feuern am Sonntag auf IS-Stellungen (Foto: Reuters)

Kämpfer der Regierungtruppen feuern auf IS-Stellungen

Bei einem Angriff auf die letzten Stellungen des "Islamischen Staates" (IS) in der libyschen Küstenstadt Sirte sind nach Informationen aus einem Lazarett 34 libysche Kämpfer getötet und mehr als 180 verletzt worden. Die aufseiten der UN-gestützten Einheitsregierung kämpfende Truppe hat die Terrormiliz in den vergangenen drei Monaten mit Hilfe von US-Luftangriffen bis in kleine Stadtviertel im Zentrum von Sirte zurückgedrängt. Am Sonntag startete sie nach einer Woche relativer Ruhe eine neue Offensive.

"Die letzte Schlacht um Sirte hat begonnen", sagte ein Sprecher der Regierungstruppen am Sonntag. Etwa 1000 Soldaten seien in die beiden vom IS kontrollierten Stadtteile eingedrungen. Die vor allem aus Misrata stammenden Truppen erklärten, sie stünden kurz vor einem Sieg über den IS; sie müssten sich aber mit Selbstmord-Kämpfern, Scharfschützen und Minen auseinandersetzen. Die Truppen setzten Panzer, Raketen und Kanonen ein, um sich durch die Stellungen der Scharfschützen durchzukämpfen. Die IS-Kämpfer hätten am Sonntag fünfmal versucht, mit Autobombenanschlägen den Vormarsch der libyschen Truppen zu verhindern.

Kämpfer der Einheitsregierung am Sonntag in einem Feuergefecht (Foto: Reuters)

Kämpfer der Einheitsregierung am Sonntag in einem Feuergefecht

Ein Reporter der Nachrichtenagentur AFP beobachtete mehrere Panzer und gepanzerte Fahrzeugen, die in Richtung eines der beiden Viertel vorrückten. Anschließend waren Gewehrfeuer und Explosionen zu hören.

Den Regierungstruppen zufolge war der Vormarsch in der Nacht durch US-Luftangriffe auf Stellungen der Dschihadisten vorbereitet worden.

In den Händen der Terrormiliz

Die IS-Miliz beherrscht Sirte seit Juni 2015. Im Mai dieses Jahres begann eine Offensive zur Rückeroberung der Stadt. Der Verlust der 450 Kilometer östlich der Hauptstadt Tripolis gelegenen Stadt wäre ein schwerer Schlag für die Dschihadisten. Sirte bildet die Verbindung zwischen dem Westen und dem Osten des ölreichen Landes.

Nach dem Sturz und dem Tod des libyschen Machthabers Muammar al-Gaddafi infolge eines französischen und britischen Militäreinsatzes im Jahr 2011 war das nordafrikanische Land ins Chaos gestürzt. Seitdem beherrschen verfeindete Milizen den Staat. Der IS nutzte die unübersichtliche Lage in Libyen, um sich auszubreiten, unter anderem in Gaddafis Heimatstadt Sirte.

stu/haz (afp, rtr)

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