Heftige Explosion erschüttert Kabul | Aktuell Welt | DW | 01.07.2019
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Afghanistan

Heftige Explosion erschüttert Kabul

Während die USA und die Taliban in Katar über ein Ende des Krieges in Afghanistan verhandeln, ereignet sich im Diplomatenviertel der Hauptstadt Kabul ein schwerer Anschlag. Es gibt Tote und Verletzte.

Bei dem verheerenden Anschlag im Regierungsviertel sind nach jüngsten offiziellen Angaben sechs Menschen getötet und etwa 100 verletzt worden, darunter viele Kinder. Zuvor hatte das Gesundheitsministerium via Twitter von mehr als 65 Verletzten gesprochen, die nach der Explosion im Zentrum Kabuls ins Krankenhaus gebracht wurden.

Laut dem Innenministerium detonierte erst eine Autobombe im Osten der Stadt. Kurz darauf seien mehrere Angreifer in ein Gebäude eingedrungen. Sicherheitskräfte hätten das Gebiet weiträumig abgesperrt. Über der betroffenen Gegend, in der sich unter anderem Militär- und Regierungsgebäude befinden, stieg eine Rauchwolke auf. Inzwischen haben sich die radikalislamischen Taliban zu dem Anschlag bekannt. Er habe den Einrichtungen des Verteidigungsministeriums gegolten, hieß es in ihrem Statement. In der Nähe des Explosionsortes befindet sich auch der Sender Schamschad TV, der sein Programm kurzzeitig unterbrach.

Afghanistan Explosion in Kabul (Reuters/M. Ismail)

Ein verletzter Mann wird ins Krankenhaus gebracht

Anschließend wurden Bilder der Räumlichkeiten des Senders gezeigt, die stark beschädigt waren. Zunächst bekannte sich keine Gruppe zu der Explosion. In Kabul sind sowohl die radikalislamischen Taliban als auch die Dschihadistenmiliz "Islamischer Staat" (IS) aktiv.

Friedensverhandlungen geraten unter Druck

Die Explosion ereignete sich zwei Tage nach Beginn der neuen Verhandlungsrunde zwischen den Taliban und den USA in Katar über ein Ende des Krieges in Afghanistan. In einem Friedensabkommen soll ein Abzug der US-Streitkräfte nach mehr als 17 Jahren im Land vereinbart werden.

Im Gegenzug müssten die Taliban Garantien dafür geben, dass das Land nie wieder Rückzugsgebiet für islamische Extremisten wird, wie dies vor den Anschlägen vom 11. September 2001 in den USA der Fall war. Die USA streben einen Durchbruch bei den Verhandlungen bis Ende August an. Im September sollen in Afghanistan Präsidentschaftswahlen stattfinden.

bri/se (afpe, twitter, dpa)

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