Hamas verkündet erneute Waffenruhe mit Israel | Aktuell Nahost | DW | 21.07.2018
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Gaza-Konflikt

Hamas verkündet erneute Waffenruhe mit Israel

Internationale Bemühungen sollen das Ende der heftigen Gefechte im Gazastreifen mit mindestens fünf Toten herbeigeführt haben. Das jedenfalls sagt die Hamas. Israel hält sich zum Stand der Auseinandersetzungen bedeckt.

Der Frieden im Gazastreifen sei wiederhergestellt, sagte ein Sprecher der radikal-islamischen Hamas, die das Gebiet kontrolliert. "Nach Bemühungen Ägyptens und der Vereinten Nationen haben sich Israel und palästinensische Gruppen darauf geeinigt, zum vorherigen Zustand der Ruhe zurückzukehren", sagte Hamas-Sprecher Fausi Barhum der Nachrichtenagentur Reuters.

Von israelischer Seite gab es dazu keine unmittelbare Äußerung. Eine Militärsprecherin sagte in der Nacht zu Samstag lediglich, es gebe "derzeit keine militärische Aktivität im Gazastreifen". Später hieß es allerdings noch aus Armeekreisen, ein Panzer habe am Samstagmorgen einen Hamas-Beobachtungsposten östlich von Gaza-Stadt als Vergeltung für eine versuchte Grenzüberschreitung beschossen.

Fünf Tote bei Gewalteskalation

Bei den jüngsten gewalttätigen Auseinandersetzungen im Gazastreifen waren am Freitag mindestens fünf Menschen getötet worden. Unter den Toten waren der Hamas zufolge drei ihrer Kämpfer und ein palästinensischer Zivilist.

Das israelische Militär meldete, ein Offizier sei bei einem palästinensischen Angriff an der Grenze zum Gazastreifen so schwer getroffen worden, dass er wenig später seinen Verletzungen erlag. Es sei der erste israelische Soldat seit 2014, der im Konflikt um den Gazastreifen getötet wurde.

Als Vergeltung führte das israelische Militär mit Panzern und Kampfflugzeugen massive Angriffe auf Hamas-Stellungen aus. Einem Sprecher zufolge wurden "60 Gebäude und wichtige Infrastruktureinrichtungen" angegriffen.

Heftigste Kämpfe seit vier Jahren

Israel geht seit einer Woche verschärft gegen militante Palästinenser im Gazastreifen vor. Diese setzen sich gegen den israelischen Beschuss und die seit 2007 anhaltende Blockade des Küstenstreifens zur Wehr, indem sie an Ballons und Drachen Brandsätze auf israelisches Gebiet fliegen lassen. Dabei wurden in Israel große Ackerflächen in Brand gesetzt.

Seit Beginn der jüngsten gewaltsamen Auseinandersetzungen im Gazastreifen am 30. März wurden 149 Palästinenser getötet. Allein bei Massenprotesten zum israelischen Unabhängigkeitstag Mitte Mai wurden rund 60 Palästinenser an der Grenze des Gazastreifens erschossen und mehr als 2400 weitere verletzt.

Am vergangenen Wochenende gab es die bisher heftigsten Gefechte seit dem Gaza-Krieg 2014: So wurden aus dem Palästinensergebiet nach israelischen Angaben rund 200 Raketen und Granaten abgefeuert. Eine von Ägypten vermittelte Waffenruhe wurde schon bald nach ihrer Bekanntgabe wieder gebrochen.

Die Gewalteskalation hat die Sorge vor einem neuen Krieg zwischen Israel und der Hamas geweckt, die seit 2008 bereits drei Kriege geführt haben. UN-Sonderkoordinator für den Nahost-Friedensprozess, Nickolai Mladenow, rief beide Seiten zur Zurückhaltung auf. "Alle im Gazastreifen müssen von der Klippe zurücktreten. Nicht nächste Woche. Nicht morgen. Genau jetzt!", forderte Mladenow.

mak/haz (rtre, afp)

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