Höchste Lawinengefahr in den Alpen | Aktuell Europa | DW | 22.01.2018
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Wintersportgebiete

Höchste Lawinengefahr in den Alpen

In den Alpen wächst die Schneedecke fast unaufhörlich. Die Lawinengefahr ist in Teilen der Schweiz und Österreichs inzwischen extrem hoch. Einige Wintersportorte sind von der Außenwelt abgeschnitten.

In großen Teilen der Alpen herrscht jetzt die höchste Lawinenwarnstufe. Bei heftigen Niederschlägen wächst die Gefahr gefährlicher Abgänge immer weiter. Durch wärmere Luft sei Niederschlag bis zu 2000 Metern Höhe als Regen gefallen, was die Schneedecke zusätzlich labil werden lasse, warnten Fachleute in der Schweiz und Österreich. "Man muss verbreitet in der Schweiz mit großen Lawinen rechnen", sagte Christine Pielmeier vom Davoser Schnee- und Lawinenforschungsinstitut (SLF) im Schweizer Rundfunk. "Heute ist die heikelste Phase, Entspannung erwarten wir eigentlich erst im Laufe des Dienstags."

Auch in Österreich ist die Lage problematisch. In Tirol gilt für manche Gebiete die höchste Lawinenwarnstufe. In beiden Ländern sind Straßen- und Bahnverbindungen in zahlreiche Orte abgeschnitten, darunter die Wintersportorte Zermatt und Andermatt in der Schweiz und St. Anton und Galtür in Österreich.

Drei Meter Neuschnee in einer Woche 

In der Schweiz seien in südlichen Regionen teilweise innerhalb einer Woche drei Meter Neuschnee gefallen, sagte Pielmeier. So extreme Schneehöhen wie dort habe es seit 1999 nicht mehr gegeben.

Schweiz Schnee in Bellwald (picture-alliance/dpa/Keystone/J. C. Bott)

Bellwald in der Schweiz: Unterwegs im hüfthohen Schnee

Die höchste Lawinengefahr gilt in einem breiten Streifen durch die ganze Schweiz von West nach Ost, vom Wallis bis nach Graubünden. "Die Lawinen können sehr weit vorstoßen," warnte das SLF. "Exponierte Siedlungen sowie Verkehrswege sind mehrheitlich gefährdet." Von Schneesport abseits gesicherter Pisten werde "dringend abgeraten".

Von der Außenwelt abgeschnitten

Die Wintersportorte Zermatt in der Schweiz und St. Anton in Österreich sind nach starken Schneefällen erneut weitgehend von der Außenwelt abgeschnitten.  Der Zugverkehr nach Zermatt sei wegen der Lawinengefahr eingestellt worden, sagte ein Sprecher der Matterhorn Gotthard Bahn. Auch die Zufahrtsstraße sei gesperrt. 

Schweiz Zermatt weitgehend von der Außenwelt abgeschnitten (picture-alliance/Keystone/P. Mooser)

Helikopter fliegen Touristen aus dem eingeschlossenen Wintersportort Zermatt

Auch in St. Anton in Österreich war die An- und Abfahrt - wenn überhaupt - nur unter großen Mühen möglich. Die Polizei erlaubte die Abreise nur in Fahrzeugen mit Ketten. Außerdem wurden Busse mit Polizei- und Feuerwehrbegleitung eingesetzt.

Ein Toter und mehrere Verletzte 

In den deutschen Alpen ist die Lage ebenfalls angespannt. Der Deutsche Wetterdienst und der Lawinenwarndienst Bayern haben vor erneuten Lawinenabgängen gewarnt. Wegen des Tauwetters bestehe im Laufe des Montags auf 1500 bis 1600 Metern Höhe "auf jeden Fall Lawinengefahr", teilte der Wetterdienst der Zugspitze am Morgen mit. Laut Lawinenwarndienst besteht aktuell Warnstufe vier. Fünf ist die höchste Warnstufe. Am Sonntag waren in den oberbayerischen Alpen mehrere Lawinen abgegangen. Ein 30-Jähriger starb kurz nach seiner Bergung aus der Lawine im Krankenhaus. Bei drei weiteren Lawinenabgängen gab es mehrere Verletzte.

bri/sti (dpa)