Großbrand verwüstet Nationalmuseum in Rio de Janeiro | Aktuell Amerika | DW | 03.09.2018
  1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

Brasilien

Großbrand verwüstet Nationalmuseum in Rio de Janeiro

Das brasilianische Nationalmuseum in Rio de Janeiro ist bei einem Brand zu großen Teilen zerstört worden. Verletzte gab es nach Angaben der Museumsverwaltung nicht.

Die Brandursache sei noch nicht klar, berichtete die Zeitung "O Globo" unter Berufung auf Museumsangaben. Das Feuer ist offenbar am Sonntag nach Schließung des Ausstellungshauses ausgebrochen, als nur noch Sicherheitspersonal in dem Gebäude war.

Laut dem Nachrichtenportal G1 wurde ein Großteil der Sammlung des 200 Jahre alten Museums zerstört. Sie umfasste 20 Millionen Exponate, darunter die größte ägyptische Sammlung Lateinamerikas. Das 1818 gegründete Ausstellungshaus ist eine der wichtigsten wissenschaftlichen Einrichtungen des Kontinents und kooperiert mit der Universität von Rio de Janeiro. Medienberichten zufolge zählt es monatlich bis zu 10.000 Besucher.

"200 Jahre Arbeit sind verloren gegangen" 

Es sei ein unschätzbarer Verlust für Brasilien, erklärte Präsident Michel Temer. Es seien 200 Jahre Arbeit, Forschung und Wissen verloren gegangen. Laut dem Nachrichtenportal G1 unterlag das Museum genau wie die Universität in den vergangenen Jahren einem heftigen Sparzwang. Es sei sogar gezwungen gewesen, ganze Ausstellungsräume zu schließen. Mit einer Spendensammlung im Internet habe das Nationalmuseum Geld einnehmen wollen, um bedeutende Räume wieder für das Publikum öffnen zu können.

Nationalmuseum Rio de Janeiro (picture-alliance/dpa/R. Leoni)

Das Nationalmuseum vor dem Brand

Die stellvertretende Direktorin des Museums, Cristiana Cerezo, sagte, es seien zahlreiche leicht entzündliche Substanzen für die Konservierung der Exponate im Museum aufgehoben worden. Man habe geplant, diese Substanzen auszulagern, aber das Feuer sei den Plänen zuvorgekommen.

Geschichte des Museums reicht zurück bis 1818

Das 1818 eröffnete Nationalmuseum ist das älteste Museum des südamerikanischen Landes und besteht in seiner derzeitigen Form seit 1892. Vorher diente das repräsentative Gebäude als Wohnsitz der portugiesischen Königs- und später der brasilianischen Kaiserfamilie. Das Museum hat eine geologische, botanische, paläontologische und archäologische Sammlung und gilt als eines der wichtigsten Ausstellungshäuser Südamerikas. Neben Exponaten aus der Region verfügt das Museum auch über ägyptische Mumien, griechische Statuen und etruskische Artefakte.

kle/bru/ie (dpa, ape, afp)