Griechenland will kein neues Hilfspaket | Aktuell Wirtschaft | DW | 07.02.2014
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Aktuell Wirtschaft

Griechenland will kein neues Hilfspaket

Die Regierung in Athen hält ein drittes Rettungspaket für Griechenland für unnötig. Allerdings könnten längere Laufzeiten für bestehende Kredite die Lage vor den Wahlen entspannen.

"Wir haben genug Geld", sagte Finanzminister Giannis Stournaras der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" (Samstagausgabe) laut Vorabbericht. Der primäre Haushaltsüberschuss Griechenlands im vergangenen Jahr sei viel größer gewesen als erwartet. Beim primären Haushaltsüberschuss werden die Zinszahlungen nicht berücksichtigt, mit denen das Land seine Schulden bedient.

Eine genaue Zahl könne er zwar noch nicht nennen, erklärte Stournaras. "Aber es wird eine große Überraschung sein. Als ich die Zahl zum ersten Mal hörte, konnte ich sie nicht glauben." Ende Januar hatte Griechenlands Regierungschef Antonis Samaras von einem Primärüberschuss von einer Milliarde Euro im Jahr 2013 berichtet.

Warnung vor radikalen Kräften

Griechenland Hilfe Jannis Stournaras und Christos Staikouras PK in Athen

Finanzminister Giannis Stournaras

Stournaras hält die Ursachen für die Krise für beseitigt, denn auch die Leistungsbilanz sei zum ersten Mal seit rund 40 Jahren positiv. Trotz der solideren finanziellen Lage könnten die Euro-Staaten durch eine Verlängerung der Laufzeit der Hilfskredite ein wichtiges Signal setzen.

Das würde die Lage vor der Kommunal- und Europawahl in Griechenland im Mai entspannen, erklärte Stournaras weiter. Ansonsten könne das Vertrauen der Bevölkerung verloren gehen und radikale Kräfte die Oberhand gewinnen. "Für uns ist es wichtig, dass wir mit der Entscheidung über die Kreditlaufzeit nicht mehr warten", mahnt Stournaras. "Wir haben 85 Prozent der Wegstrecke hinter uns. Es wäre bitter, wenn wir auf den letzten 15 Prozent des Weges das Vertrauen der Bevölkerung verlören."

Wagnis Kapitalmarkt

Das schuldengeplagte Griechenland hatte sich erst Anfang der Woche kurzfristig 812,5 Millionen Euro am Geldmarkt besorgt. Der Zinssatz für die sechsmonatigen Papiere beläuft sich auf vier Prozent - und liegt damit 0,10 Punkte niedriger als bei vergleichbaren Titeln im Vormonat, wie die Schuldenagentur PDMA mitteilte.

An den längerfristigen Kapitalmarkt ist Athen noch nicht zurückgekehrt, vielmehr wird das Euro-Krisenland durch Hilfen der internationalen Geldgeber vor der Pleite bewahrt. Stournaras hatte zudem ins Gespräch gebracht, sich mit Anleihen über eine fünfjährige Laufzeit an die Märkte wagen zu wollen. Parallel dazu gab es Gedanken über ein neues Hilfspaket für Griechenland.

bea/sti (dpa, reuters)