Griechenland lehnt Gefangenenaustausch ab | Aktuell Europa | DW | 03.03.2018
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Griechisch-türkischer Streit

Griechenland lehnt Gefangenenaustausch ab

Im Fall der griechischen Soldaten, die auf türkischem Staatsgebiet festgenommen wurden, spekulieren türkische Medien über einen Deal: Die beiden Männer könnten gegen acht geflohene türkische Soldaten ausgetauscht werden.

Türkei Griechische Soldaten unter Spionageverdacht inhaftiert (picture-alliance/AP/DHA-Depot Photos)

Abführung der festgenommenen Griechen durch türkische Sicherheitskräfte

Die vermeintlich gute Idee aus der Türkei kommt in Griechenland gar nicht gut an. Die Regierung in Athen lehnte einen Gefangenenaustausch der beiden griechischen Soldaten gegen die acht nach dem gescheiterten Militärputsch in der Türkei ins benachbarte Griechenland geflohenen türkischen Soldaten ab. Man befinde sich nicht im Krieg mit der Türkei, um einen Gefangenenaustausch durchzuführen, sagte ein Regierungsvertreter in Athen. Entsprechende Spekulationen hätten ihren Ursprung in türkischen Medienberichten und seien "reine Fantasie".

Die griechischen Soldaten waren am Donnerstag in der Nähe des Grenzflusses Evros (türkisch Meric) auf türkischem Staatsgebiet gefasst und in Untersuchungshaft genommen worden. Das Gericht in der westtürkischen Stadt Edirne warf den beiden Soldaten "versuchte Militärspionage" und "Eindringen in eine militärische Sperrzone" vor.

Griechische Soldaten sprechen von einem Versehen

Nach griechischer Darstellung waren sie dagegen irrtümlich auf türkisches Hoheitsgebiet geraten. Die beiden Soldaten wiesen den Spionagevorwurf zurück. "Wir sind keine Spione, wir haben die Grenze nicht absichtlich überquert", sagte Leutnant Aggelos Mitretodis vor Gericht. Der Übertritt sei unbeabsichtigt aufgrund des schlechten Wetters geschehen.

Bei ihrer Anhörung gaben die Soldaten an, sie seien Fußspuren gefolgt, die sie mit Migranten in Verbindung brachten. In der Region hatte es in den vergangenen Tagen stark geschneit, zudem sei es sehr neblig gewesen. Die griechisch-türkische Grenze ist größtenteils durch einen Zaun markiert. Allerdings gibt es auch nicht klar markierte Zonen - in einem solchen Waldgebiet verliefen sich die beiden Soldaten griechischen Militärangaben zufolge.

Die griechische Nachrichtenagentur ANA berichtete, die beiden Griechen würden am Montag in der Türkei vor Gericht gestellt.

Schwierige Nachbarschaft

Die Beziehungen zwischen den NATO-Partnern Türkei und Griechenland sind angespannt. Die türkische Regierung fordert die Auslieferung von acht Soldaten, die sich nach dem versuchten Militärputsch vom 15. Juli 2016 mit einem Helikopter in das Nachbarland abgesetzt und dort Asyl beantragt hatten. Die Türkei wirft ihnen eine Beteiligung an dem Putschversuch vor und fordert von Griechenland ihre Auslieferung. Die Soldaten weisen die Vorwürfe zurück. Auch um die Ausbeutung von Gasvorkommen vor Zypern, an denen die Türkische Republik Nordzypern beteiligt werden will, gibt es immer wieder Konflikte. Zuletzt kam es an der Seegrenze in der Ägäis, deren Verlauf umstritten ist, wiederholt zu Zwischenfällen mit Marineschiffen.

qu/ie (afp, dpa)

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