Grenzgänger | Kultur.21 - Das Kulturmagazin | DW | 18.09.2013
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Kultur.21

Grenzgänger

Egal ob Tänzer, Musiker oder Dichter - viele Künstler haben heute zwei oder mehr Heimaten. Was bedeutet es, zwischen den Kulturen zu leben und zu arbeiten? In der Serie "Grenzgänger" zeigen wir ihre Lebenswirklichkeit.

Es ist schon eine Binsenwahrheit: Kultur wird globaler, die Welt - scheinbar - kleiner. Immer mehr Kreative sind weltweit unterwegs: moderne Nomaden auf der Suche nach Inspiration und Identität, manche ganz auf eigene Faust, andere als Stipendiaten und Kulturbotschafter auf Zeit. Schnell wird ihnen das Label des "Grenzgängers" aufgedrückt. Aber was bedeutet es wirklich, zwischen den Kulturen zu leben und zu arbeiten, zwischen mehreren Heimaten zu pendeln? Kultur.21 hat zehn internationale Künstler getroffen, die ganz oder auf Zeit in Deutschland leben, und ihnen genau diese Fragen gestellt. Etwa der israelischen Fotografin Daniela Orvin, die der Enge von Tel Aviv entfliehen wollte. Dem griechischen Romancier Petros Markaris, der mit multiplen Identitäten aufwuchs. Dem afrikanischen Architekten Francis Kéré, der in seinem Werk die Kulturen zweier Kontinente zusammenbringt. Oder der großen Fotokünstlerin Dayanita Singh, die nicht als Repräsentantin Indiens vereinnahmt werden möchte. Aus vielen Einzelporträts ergibt sich ein Tableau des Grenzgängers im 21. Jahrhundert: vielschichtig, widersprüchlich und nahe an der Lebenswirklichkeit der Künstler.

Folge 9: das Tänzerduo Wang / Ramirez
Bei ihrem Tanz prallen Kulturen aufeinander: Sie ist die in Deutschland geborene Tochter koreanischer Eltern - er ist Franzose mit spanischen Wurzeln. Hyun-Jung Wang und Sébastien Ramirez sprengen mit ihrem experimentellen Hip-Hop Grenzen, körperlich und mental. Sie leben in Berlin und touren durch die Welt. Viele ihrer Stücke erzählen von ihrem "Liebesaufprall", ihrer eigenen Liebesgeschichte.


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Die Fotografin Daniela Orvin

Folge 8: die Fotografin Daniela Orvin
Die Geburtsstadt der Fotografin Daniela Orvin ist Berlin, doch aufgewachsen ist sie in der Nähe von Tel Aviv. Heimisch geworden ist sie in Israel nie. Deshalb kehrte Orvin zurück in die deutsche Hauptstadt und fand schnell Kontakt zu anderen israelischen Künstlern. Darum nennt die Grenzgängerin Berlin jetzt gerne "Mini-Israel".


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Der Dichter Ricardo Domeneck

Folge 7: der Dichter Ricardo Domeneck
Er dichtet, dreht Videos, macht Performances. Seit 2002 lebt Ricardo Domeneck in Berlin. Aufgewachsen ist er in einer brasilianischen Kleinstadt. Als Homosexueller war das alles andere als einfach. Bereits mit 13 Jahren begann Ricardo Domeneck Gedichte zu schreiben. Jetzt hat er auch einen Gedichtband in Deutsch veröffentlicht.


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Die Musikerin Mariana Sadovska

Folge 6: die Musikerin Mariana Sadovska
In der Weltmusikszene gilt sie als Star. Die Ukrainerin Mariana Sadovska ist eine Grenzgängerin. Traditionelle Klavierausbildung, Schauspielstudium, Theaterspiel in Polen, Musikerkarriere in New York. Jetzt lebt sie in Köln. Ihr Markenzeichen: Als Komponistin und Sängerin mischt sie ukrainische traditionelle Lieder mit zeitgenössischen Sounds.


Folge 5: der Schriftsteller Petros Markaris
Petros Markaris ist der bekannteste griechische Schriftsteller. Seine Krimis: Milieuschilderungen ganz nah an der Realität. Der Sohn armenisch-griechischer Eltern wuchs in Istanbul auf und studierte in Wien und Stuttgart. Ob in Krimis und Essays, er blickt klug und scharf auf seine Heimat, auf Europa und auf Deutschland. Als Kulturvermittler erhält Markaris jetzt die Goethe-Medaille.


Folge 4: der Modedesigner Hien Le
Hien Le ist eins der jungen Modetalente in der deutschen Hauptstadt, die für Furore sorgen. In Laos geboren, fließt die Strenge und Einfachheit asiatischer Alltagskleidung in seine Entwürfe ein. Im Sommer dieses Jahres durfte der 33-Jährige die Berliner Fashion Week eröffen.


Folge 3: die Fotokünstlerin Dayanita Singh
Sie ist eine der wichtigsten Künstlerinnen des indischen Subkontinents, die nicht auf ihre Herkunft reduziert werden will. Die Fotografin Dayanitha Singh sieht sich als Grenzgängerin, und die Fotografie war für sie das Ticket zur Freiheit, international zu arbeiten. In diesem Jahr hat sie den Deutschen Pavillon auf der Kunst-Biennale Venedig mitgestaltet.


Folge 2: der Architekt Francis Kéré
Vor über 20 Jahren hat Francis Kéré seine Heimat Burkina Faso verlassen. Seither ist der Architekt in Bewegung, jagt von Projekt zu Projekt: Berlin - Burkina Faso - Beijing - und zurück. Mit seinem Berliner Büro baut er nachhaltige Gebäude für die südliche Hemisphäre, so das Operndorf des verstorbenen Multi-Künstlers Christoph Schlingensief.


Folge 1: die Filmemacherin Myrna Maakaron
Wenn die libanesische Filmemacherin Myrna Maakaron in ihrer Heimatstadt Beirut ist, sehnt sie sich nach der Ruhe in Berlin, dem Vogelgezwitscher. Wenn sie in Berlin ist, vermisst sie die Freundlichkeit der Libanesen, ihre Großzügigkeit. Ihre preisgekrönten Filme erzählen auch vom Leben und der Geschichte dieser zwei Städte: Beirut und Berlin.

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