Grand Canyon feiert 100-jähriges Jubiläum als Nationalpark | DW Reise | DW | 26.02.2019
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Reise

Grand Canyon feiert 100-jähriges Jubiläum als Nationalpark

Für viele USA-Reisende steht ein Besuch des Grand Canyon ganz oben auf der Top-Liste. Er zählt zu den Naturwundern der Erde und ist UNESCO-Welterbe. Als Nationalpark feiert er am 26. Februar seinen 100. Geburtstag.

Ob der Grand Canyon nur sechs oder sogar 70 Millionen Jahre alt ist, darüber streiten die Wissenschaftler. Sicher ist, dass der Colorado River ziemlich lange gebraucht hat, um diese 450 Kilometer lange Schlucht zu erschaffen, die bis zu 30 Kilometer breit und 1800 Meter hoch ist.

Der größte Teil des Grand Canyon steht seit dem 26. Februar 1919 als Nationalpark unter besonderem Schutz. Das verdankt er, wie auch andere US-Nationalparks vor ihm, Bemühungen von frühen Naturschützern wie dem Schriftsteller Henry David Thoreau, dem Naturphilosophen John Muir und nicht zuletzt einem der beliebtesten US-Präsidenten.

Kulturen erleben und Sterne gucken

Theodore Roosevelt nutzte sein Amt, um zahlreiche amerikanische Landschaften per Dekret zu schützen. So erklärte er den Grand Canyon schon 1908 zum National Monument: "Lasst ihn, wie er ist. Der Mensch kann den Canyon nicht schöner machen. Zeitalter haben sich an ihm abgearbeitet, der Mensch kann das nur beschädigen."

Während Roosevelt Anfang des 20. Jahrhunderts noch mit der Eisenbahn zum Canyon kam, nehmen viele Reisende heute die berühmte Route 66 bis nach Flagstaff. Die kleine Stadt im Bundesstaat Arizona gilt als Tor zum Grand Canyon. Von hier aus sind es noch etwa 80 Kilometer bis zum Südrand, der am besten erschlossen und das ganze Jahr für Besucher geöffnet ist. Der höher gelegene Nordrand kann nur im Sommerhalbjahr besucht werden.

USA, Arizona, Grand Canyon (picture-alliance)

Vor der großartigen Naturlandschaft wird der Mensch ganz klein

Zum 100-jährigen Jubiläum als Nationalpark gibt es rund um den Grand Canyon zahlreiche Veranstaltungen. Von einer Hommage an Theodore Roosevelt in Flagstaff bis zu Beiträgen der vielen Indianerkulturen. Die Geschichte der Hopi und Navajos ist eng mit dem Grand Canyon als Lebensraum verbunden. Höhepunkt zur Sonnenwende im Juni ist ein mehrtägiges Fest für Sterngucker. Die Gestirne am nächtlichen Himmel über dem Canyon sind wegen fehlender Licht- und Luftverschmutzung dann besonders gut zu sehen.

Gefahren für das Ökosystem

Aber auch die Bedrohung der Natur wird Thema sein. Das Moratorium von Barack Obama gegen den Abbau von Uranerz im Nationalpark wollen die Republikaner unter Donald Trump wieder kippen. Dabei hat der Mensch in den letzten Jahrzehnten schon vielfältig in das Ökosystem eingegriffen. Der 1963 gebaute Glen Canyon Dam hat die Fließgeschwindigkeit und die Wassertemperatur des Colorado River verändert. Einheimische Fischarten wie der Chub, eine Karpfenart, sind vom Aussterben bedroht.

Der Colorado River ist immer noch die Schlagader des Ökosystem des Grand Canyon. Und wer nicht nur von den Rändern aus das große Naturspektakel sehen will, der sollte auch das Innere des Canyons entdecken. Entweder auf Wanderungen wie dem Bright Angel Trail hinunter an den Fluss oder mit dem Boot über den Colorado River.

Wildwasserfahrer trotzen einer Stromschnelle im Grand Canyon (picture-alliance/C. Lovell)

Der Colorado River ist langsamer geworden, aber Stromschnellen gibt es immer noch

Dabei ist es für Ungeübte auf jeden Fall vorteilhaft, dass der Fluss durch den Staudamm gezähmt worden ist. Steve Sanborn, der als Umweltschützer und Bootsführer oft auf dem Colorado River unterwegs ist, sagte einem Reporterteam der Tageszeitung Arizona Republic nach einer 16-tägigen Tour durch den Grand Canyon: "Mit jedem, der so etwas Ursprüngliches erleben kann, sinkt die Wahrscheinlichkeit, dass wir Menschen die Natur weiter zerstören."

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