Größter Waldbrand in der Geschichte Kaliforniens | Aktuell Amerika | DW | 07.08.2018
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USA

Größter Waldbrand in der Geschichte Kaliforniens

Eine Fläche zweimal so groß wie der Bodensee steht in Flammen. Zerstörerischer ist jedoch ein anderer Brandherd: Dort sind sechs Menschen tot und gut tausend Häuser zerstört.

USA Kalifornien Waldbrände Spring Valley (picture-alliance/AP/The Press Democrat/K. Porter)

Der Mendocino-Komplex macht auch vor diesem Anwesen nicht halt

Zwei Waldbrände in Kalifornien sind zum größten Feuer in der Geschichte des US-Bundesstaats zusammengewachsen. Der Brand im Norden des Staats hat bereits auf fast 115.000 Hektar Land gewütet, das entspricht gut zweimal der Fläche des Bodensees. Die vorher getrennt voneinander wütenden Brände, das Branch- und das River-Feuer haben sich zu einem Komplex verbunden, der nach dem nahegelegenen Ort Mendocino benannt wurde. Der Mendocino-Komplex hat bereits mehr Fläche versengt als der zuvor größte Brand, das Thomas-Feuer im Süden Kaliforniens Ende 2017.

Zwei Menschen kamen bereits durch das Feuer ums Leben. 75 Häuser hat das Feuer bereits zerstört, weitere 9.300 sind bedroht. Bislang sind 30 Prozent des Brands eingedämmt, die Feuerschutzbehörde CalFire hofft, bis zum 15. August das Feuer unter Kontrolle zu haben. Ein Hochdruckgebiet mit trockener, warmer Luft und starken Winden erschwert laut CalFire derzeit die Arbeit der Feuerwehrleute. Die zahlreichen Waldbrände im ganzen Bundesstaat halten rund 14.000 Löschkräfte in Atem.

USA Kalifornien Waldbrände Santiago Peak (Reuters/Twitter/Zulujumper)

Im Trabuco Canyon südöstlich von Los Angeles breitet sich das Holy-Feuer schnell aus

Ein anderer Brandherd ist noch zerstörerischer

Weiter nordöstlich beschäftigt das Carr-Feuer Anwohner und Einsatzkräfte: Dort starben bereits vier Anwohner und zwei Feuerwehrleute, die Flammen zerstörten mehr als tausend Häuser. Ein weiterer Brandherd liegt in der Nähe des berühmten Yosemite-Nationalparks. Das Feuer wütet dort bereits seit mehr als zwei Wochen, konnte jedoch erst zu knapp 40 Prozent eingedämmt werden. Das unter Naturschutz stehende Tal wurde wegen der Rauchentwicklung für Besucher gesperrt. Auch im Süden Kaliforniens wurden wegen neuer, schnell wachsender Waldbrände mehrere Ortschaften evakuiert.

Donald Trump mischt sich ein

US-Präsident Donald Trump machte jüngst in einem Tweet klar, weshalb die Brände so verheerend sind: Es liege an "schlechten Umweltgesetzen", wegen denen riesige Wassermassen nicht genutzt werden dürften. Außerdem müsse mehr Wald abgeholzt werden, um die Ausbreitung der Feuer zu verhindern. Daniel Berlant aus der Leitung der Brandschutzbehörde CalFire entgegnete: "Wir haben genug Wasser, um diese Waldbrände zu bekämpfen." Es sei der Klimawandel, wegen dem die Feuer so groß und zerstörerisch seien. Für Trump ist Klimaschutz in erster Linie ein Wirtschaftshemmnis, vor gut einem Jahr hatte er den Ausstieg aus dem Pariser Klimaschutzabkommen verkündet.

ehl/sti (dpa, afp)