Größter Menschenaffe vom Aussterben bedroht | Aktuell Welt | DW | 04.09.2016
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Aktuell Welt

Größter Menschenaffe vom Aussterben bedroht

Der Fortbestand der Östlichen Gorillas ist ernsthaft in Gefahr. Die Weltnaturschutzunion IUCN hat den größten Menschenaffen in die höchste Gefährdungskategorie ihrer "Roten Liste" eingestuft.

Alarmsignal aus Hawaii: Mit dem Östlichen Gorilla (Gorilla beringei) ist nun auch der größte Menschenaffe vom Aussterben bedroht. Die Weltnaturschutzunion (IUCN) stufte beide Unterarten des Primaten bei ihrem Kongress auf Hawaii in die höchste Gefährdungskategorie der Roten Liste bedrohter Tier- und Pflanzenarten ein. Insgesamt stehen nun vier der sechs Menschenaffen-Arten auf dieser Liste. Darunter sind außerdem der Westliche Gorilla sowie der Borneo-Orang-Utan und der Sumatra-Orang-Utan. Schimpansen und Bonobo-Affen gelten als gefährdet. Als Gründe für die bedrohliche Entwicklung bei den Östlichen Gorillas nennen die Artenschützer Wilderei und den Krieg in der Demokratischen Republik Kongo.

Zum Östlichen Gorilla zählen zwei Subspezies: der sehr seltene Berggorilla (Gorilla beringei beringei), dessen Bestände in Ruanda, Uganda und im Osten des Kongo sich zuletzt leicht von 500 auf 880 Exemplare erholen konnten, und der Östliche Flachlandgorilla (Gorilla beringei graueri), der stark gejagt wurde. Nach 16.900 Exemplaren im Jahr 1994 wurden 2015 nur noch 3.800 Flachlandgorillas gezählt. Nach Angaben der Weltnaturschutzunion ist die Population dieser Affenart in den vergangenen 20 Jahren um 70 Prozent zurückgegangen.

"Den Östlichen Gorilla, einen unserer engsten Cousins, in Richtung Ausrottung gleiten zu sehen, ist wirklich schmerzlich", sagte IUCN-Generaldirektorin Inger Andersen. "Wir leben in einer Zeit des enormen Wandels und jede Aktualisierung der Roten Liste macht deutlich, wie schnell die globale Artentod-Krise voranschreitet."

Entspannung bei Riesenpandas

Gute Nachrichten konnten die Artenschützer zum Riesenpanda (Ailuropoda melanoleuca) verkünden. Er wurde von stark gefährdet auf gefährdet zurückgestuft. Eine Zählung in China habe ergeben, dass die Population des Riesenpandas von 2004 bis 2014 um 17 Prozent gestiegen sei, so dass nun wieder 1864 erwachsene Exemplare in freier Wildbahn leben. Zusammen mit deren Nachwuchs wird die Zahl auf 2060 geschätzt. Die IUCN führte das leichte Aufatmen beim Pandabär auf die erfolgreichen Bemühungen der chinesischen Regierung zurück, das symbolträchtige Tier zu erhalten. Dazu zählt demnach die Aufforstung von Bambuswäldern in China sowie die Leihgabe von Pandas an Zoos in aller Welt.

Freude darüber herrschte auch bei der Umweltschutzorganisation WWF (World Wide Fund For Nature). "50 Jahre lang war der Riesenpanda die Ikone des weltweiten Artenschutzes, ebenso wie das Symbol des WWF. Zu erfahren, dass er nun einen Schritt weiter vom Aussterben entfernt ist, ist ein aufregender Moment für jeden Artenschützer", sagte WWF-Generaldirektor Marco Lambertini.

Riesenpandabären in Italien (Foto: Fotolia)

Diese Pandabären lassen es sich in Italien gutgehen.

Die von der Weltnaturschutzunion herausgegebene und regelmäßig aktualisierte Rote Liste umfasst derzeit 82.954 Arten. Von ihnen sind 23.928 vom Aussterben bedroht. Allerdings gebe es viel mehr Arten, als von der Roten Liste erfasst würden, sagte Henrique M. Pereira vom Deutschen Zentrum für integrative Biodiversitätsforschung. Deren Monitoring müsse besser werden. "Wir brauchen ein Frühwarnsystem für unsere Artenvielfalt."

kle/nin (dpa, afp, ape, rtre)