Goldmedaille (fast) ohne Gold | Wirtschaft | DW | 17.08.2016
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Wirtschaft

Goldmedaille (fast) ohne Gold

Nicht alles ist Gold, was glänzt - lernt man schon als Kind. Dass das auch für Olympia-Sieger gilt, hat mit dem Goldpreis zu tun, also mit Wirtschaft. Unser Beitrag zu Olympia: Gold-Medaillen sind gar nicht aus Gold.

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Der Wert der Medaillen (16.08.2016)

Bekämen Fabian Hambüchen und Sebastian Brendel und Simone Biles und Usain Bolt und all die andere Sieger tatsächlich GOLD-Medaillen, ginge es für Brasilien um Millionenbeträge. Bekommen sie aber nicht. Eine olympische Gold-Medaille in Rio enthält gerade mal ein Prozent Gold. Die umkämpften Stücke wiegen 500 Gramm. Beim derzeitigen Goldpreis – und der ist mit 38,2 Euro je Gramm zwar hoch, war aber krisenbedingt schon mal höher – würde eine echte Goldmedaille gut 19.000 Euro kosten.

Vergeben werden in Rio aber nicht eine, sondern 1.600 Goldmedaillen. Dafür hätte das veranstaltende Brasilien 30,5 Millionen Euro ausgeben müssen. Ein kleiner Goldschatz und zu teuer für ein krisengeschütteltes Land.

Deshalb werden bei den Olympischen Spielen in Rio - wie auch in London vor vier Jahren - Gold-Medaillen vergeben, die zu rund 99 Prozent aus Silber bestehen. So kosten die Medaillen immer noch 555 Dollar oder 493 Euro pro Stück. Und wertvoll sind sie ohnehin nicht wegen der Materialkosten.

Olympia Rio 2016 Turnen Alexandra Raisman Simone Biles und Amy Tinkler

Silber, Gold und Bronze: Alexandra Raisman, Simone Biles und Amy Tinkler

5.130 Medaillen made in Brazil

Anders war das zum letzten Mal im Jahr 1912 – damals wurde die Goldmedaille noch ihrem Namen gerecht und bestand ganz aus Gold. Seinerzeit war sie aber nur 23 Gramm schwer und kostete umgerechnet knapp 1.000 Euro.

Die staatliche brasilianische Münze in Rio de Janeiro wurde übrigens schon vor mehr als 300 Jahren gegründet. Der portugiesische König Dom Pedro II wollte eine eigene Münzanstalt in seiner Kolonie. Heute hat die Münze alle 5.130 Medaillen für die Olympischen Spiele im Land geprägt.

Dafür hat sie immerhin 2,5 Tonnen Metall verarbeitet - darunter 1,9 Tonnen Silber, aber eben nur 4,9 Kilo Gold. Der Rest geht als Kupfer und Zinn in die Bronzemedaillen. Die sind übrigens ziemlich billig: Der Preis liegt bei rund zwei Euro. Und den vierten Platz gibt's münzenmäßig betrachtet ganz umsonst.

ar (Archiv)

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