Gleichberechtigung für Muslime | Top-Thema – Podcast | DW | 29.05.2015
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Top-Thema – Podcast

Gleichberechtigung für Muslime

Seit Jahren bemühen sich islamische Gemeinden in Deutschland um Gleichberechtigung mit den christlichen Kirchen. Auch wenn sie schon viel erreicht haben, gibt es noch Schwierigkeiten, etwa bei der Beerdigung von Toten.

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Gleichberechtigung für Muslime – das Top-Thema als MP3

In der Bundesrepublik Deutschland leben rund vier Millionen Muslime. Sie können ihre Religion frei ausüben, Moscheen bauen und muslimische Feste feiern. An manchen staatlichen Schulen gibt es islamischen Religionsunterricht, an fünf Universitäten werden Imame ausgebildet. Trotzdem gibt es laut einer Studie der Friedrich-Ebert-Stiftung vom Mai 2015 noch viel zu tun, bis der Islam in Deutschland völlig gleichberechtigt ist.

Ein Beispiel für die fehlende Gleichberechtigung des Islam sind Beerdigungen. Die deutschen Regeln für Beerdigungen sind bisher nur schwer mit den Bräuchen der muslimischen Religion zu vereinbaren. Noch gibt es keine bundeseinheitliche Regelung, die es Muslimen erlaubt, ihre Toten nach islamischem Ritus in Deutschland zu beerdigen. Schwierig wird es, wenn eine muslimische Gemeinde einen Friedhof selbst betreuen will. Die Kommunen geben diese Aufgabe nur Gemeinden, die Körperschaften des öffentlichen Rechts sind. Und diesen Status haben die muslimischen Gemeinden bisher nicht.

Als Grund dafür wurde in der Vergangenheit oft genannt, dass es sehr viele verschiedene muslimische Gemeinden gibt. Keine Organisation kann für alle Muslime in Deutschland sprechen. Aber diese Meinung hat sich inzwischen geändert. „Ich kenne keinen Politiker, der heute noch diese Forderung nach einem einzigen Ansprechpartner erhebt“, sagt die Islamwissenschaftlerin Riem Spielhaus.

Hamburg hat mit vier islamischen Organisationen Verträge abgeschlossen. In diesen Verträgen wird auch die Möglichkeit einer muslimischen Bestattung geregelt. Dies zeigt, dass es funktionieren kann. „Aus unserer Sicht ist Anerkennung in Deutschland möglich“, so Spielhaus. Die Islamwissenschaftlerin sagt, dass in einigen Bundesländern schon wichtige Schritte gemacht worden sind, die man auf ganz Deutschland ausweiten könnte.


Glossar

Gleichberechtigung, -en (f.) – die Situation, in der alle die gleichen Rechte haben

Beerdigung, -en (f.) – die Handlung, bei der ein Toter auf dem Friedhof begraben wird (Verb: jemanden beerdigen)

Muslim, -e/Muslimin, -nen – jemand, dessen Religion der Islam ist (Adjektiv: muslimisch)

eine Religion aus|üben – das tun, was zu einer Religion gehört

Moschee, -n (f.) – das Haus, in dem Muslime beten

Imam, -e (m.) – hier: jemand, der in der Moschee vor den Muslimen betet

Studie, -n (f.) – die Untersuchung

Brauch, Bräuche (m.) – die Tradition; etwas, das immer wieder gemacht wird

zu vereinbaren sein – so sein, dass etwas zueinander passt oder sich nicht stört

bundeseinheitliche Regelung, -en (f.) – eine Regel, die für ganz Deutschland gilt

Ritus, -en (m.) – hier: etwas, das man in einer Religion immer wieder tut

Gemeinde, -n (f.) – hier: eine Gruppe von Menschen an einem Ort, die zu einer Religion gehören

Friedhof, -höfe (m.) – der Ort, an dem Tote unter die Erde kommen

Kommune, -n (f.) – eine Stadt oder ein politisch selbstständiger Ort

Körperschaft des öffentlichen Rechts, -en (f.) – eine Organisation mit bestimmten Rechten in Deutschland

Status, - (m.) – hier: die rechtliche Situation

eine Forderung erheben (f.) – etwas fordern

Ansprechpartner, - /-partnerin, -nen – die Person, die man bei einem Problem fragen kann oder mit der man etwas bespricht

Anerkennung, -en (f.) – hier: die Tatsache, dass jemand bestimmte Rechte bekommt

etwas auf etwas ganz ausweiten – dafür sorgen, dass etwas (z. B. eine Regel) auch in anderen Gebieten oder Zusammenhängen gilt

Fragen zum Text


1. Muslime in Deutschland …
a) werden beim Ausüben ihrer Religion nicht gehindert.
b) können in Deutschland nicht Imam werden.
c) dürfen keine Moscheen bauen.

2. Muslimische Gemeinden in Deutschland …
a) sind alle Körperschaften des öffentlichen Rechts.
b) haben die gleichen Beerdigungsregeln wie Christen.
c) haben Schwierigkeiten, wenn sie einen eigenen Friedhof haben wollen.

3. Islamwissenschaftlerin Riem Spielhaus …
a) hat in Hamburg Verträge mit muslimischen Gemeinden geschlossen.
b) fordert einen einzigen Ansprechpartner für alle Muslime in Deutschland.
c) glaubt, dass die Muslime die gleichen Rechte wie christliche Kirchen bekommen können.

4. Wie lautet der Satz richtig? Politiker fordern ...
a) einen einzigen Regelung für ganz Deutschland.
b) eine einzige Regelung für ganz Deutschland.
c) einer einzigen Regelung für ganz Deutschland.

5. Wie lautet der Satz richtig? Muslimische Einwanderer in Deutschland ...
a) kommen aus viele verschiedene Länder.
b) kommen aus vieler verschiedener Länder.
c) kommen aus vielen verschiedenen Ländern.


Arbeitsauftrag
Die Gleichberechtigung verschiedener Religionen stellt viele Länder vor Probleme. Wie ist die Situation in eurem Heimatland? Diskutiert gemeinsam darüber, was für die Gleichberechtigung der Religionen notwendig ist.

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