Glaubenssachen - Dank an die Wüste - Ein ungewöhnliches Umweltprojekt in der Sahara | Glaubenssachen - Die Kirchensendung | DW | 07.09.2020
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Glaubenssachen

Glaubenssachen - Dank an die Wüste - Ein ungewöhnliches Umweltprojekt in der Sahara

Schon zweimal haben Oktavia und Brigitte an einer Wüstentour teilgenommen, haben 14 Tage lang versucht, der Schöpfung näher zu kommen. Eine grandiose Erfahrung, doch zu welchem Preis? Die Anreise mit Flugzeug und Jeep hat dem Klima geschadet. Nun wollen sie all das wiedergutmachen. Deshalb schuften sie zusammen mit 15 weiteren, um in der marokkanischen Wüste einen Palmenhain zu errichten.

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Die Idee für das ungewöhnliche Projekt stammt von Agnes von Helmolt. 60 mal hat sie eine Karawane durch die Wüste geführt, hat Frauen und Männern, die sich darauf eingelassen haben, eine außergewöhnliche Erfahrung geschenkt. Doch die Frage "Wie kann ich Menschen zu einem neuen Verständnis der Mutter Erde führen, wenn ich sie vorher zwinge, dem Klima großen Schaden zuzufügen?" hat sie stets umgetrieben. Seit Jahren denkt sie darüber nach wie sie die klimaschädliche Reise von Deutschland in die marokkanische Wüste wiedergutmachen könnte. Der Palmenhain ist ihre Antwort darauf. Wie sehr ihr Anliegen bei einstigen Teilnehmern ihrer Karawanen auf fruchtbaren Boden fällt, hat sie überrascht. Brahim, ein marokkanischer Berber, der sie seit Jahren bei ihren Wüstentouren begleitet, hat ihr dafür ein 10 Hektar großes Wüstengelände angeboten. Wo heute Sand und Steine liegen, sollen bald Bäume wachsen. Die Dattelpalmen werden CO2 binden, Sauerstoff produzieren und ein Mikroklima schaffen, das auch andere Nutzpflanzen ermöglicht. Das Projekt soll zum Modell werden und andere Berberfamilien zur Nachahmung einladen. Agnes und mehrere Dutzend Mitstreiter wollen nicht nur die Finanzierung sicherstellen, sondern selbst Hand anlegen. Dafür haben sie Spenden gesammelt. Für 300 Palmen, einen Brunnen und eine Pumpe reicht es schon. Agnes ist klar, dass ein derartiges Projekt nicht das Resultat naiven Wunschdenkens sein darf. Im Schulterschluss mit Entwicklungshelfern und Agrarexperten hat sie einen Plan entwickelt. Mit dem Einstieg eines ehemaligen Agrar-Biologen in ihr Team ist sichergestellt, dass das Projekt auf soliden Beinen steht. Besonders wichtig ist den Initiatoren, dass der Pflanzenhain nicht für die Berber gebaut wird, sondern mit ihnen. Das Zusammenleben mit den Berbern während der Arbeitsphase ist auch eine kulturelle Herausforderung. Der Dokumentarfilm begleitet eine Wüstenkarawane. Die erste Woche lädt 15 Teilnehmer zu einer spirituellen Begegnung mit der Schöpfung ein. Nach 7 Tagen vertauschen sie die Kamele mit Hacken und Schaufeln, um auf einem Wüstengelände mit dem Pflanzen der Palmen zu beginnen. Während der Arbeit erzählen sie von ihrer Motivation, aber auch von ihren Sorgen um den Planeten Erde.