1. Zum Inhalt springen
  2. Zur Hauptnavigation springen
  3. Zu weiteren Angeboten der DW springen

"Glückssache": Weniger Unwetterschäden in Deutschland

30. Dezember 2025

Sturm, Hagel und Hochwasser haben im zu Ende gehenden Jahr viel geringere Schäden angerichtet als 2024. Doch die Versicherungsbranche sieht darin keinen dauerhaften Effekt.

https://p.dw.com/p/568Gl
Deutschland Höchstädt 2025 | Sommergewitter mit Blitzentladung im Landkreis Dillingen
Unwetter verursachen laut Versicherern erhebliche Schäden - 2025 allerdings deutlich weniger als im VorjahrBild: Alexander Wolf/onw-images/dpa/picture alliance

Der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) beziffert die versicherten Schäden aus Naturgefahren in diesem Jahr auf 2,6 Milliarden Euro - rund drei Milliarden Euro weniger als 2024, als sich die Schäden auf 5,7 Milliarden Euro summierten. Nach Angaben des GDV handelt es sich um den niedrigsten Wert seit 2001. Zuletzt lagen die Schäden im Jahr 2020 unter der Marke von drei Milliarden Euro.

Für die Versicherer ist diese Entwicklung jedoch kein Grund zur Entwarnung. "Dass es in diesem Jahr weniger Schäden gab, ist Glückssache. Insgesamt nehmen die klimawandelbedingten Extremwetter-Ereignisse jedoch zu", sagte GDV-Hauptgeschäftsführer Jörg Asmussen.

Porträtbild von GDV-Hauptgeschäftsführer Jörg Asmussen
GDV-Hauptgeschäftsführer Jörg Asmussen (Archivbild)Bild: Jörg Carstensen/dpa/picture alliance

2025 ohne große Unwetterlagen in Deutschland

In der Sachversicherung, die unter anderem Schäden an Gebäuden und Hausrat abdeckt, verzeichnete der Verband versicherte Schäden in Höhe von 1,4 Milliarden Euro durch Sturm, Hagel und Blitz. Weitere 500 Millionen Euro entfielen auf Naturgefahren wie Überschwemmungen und Starkregen. In der Versicherung für Kraftfahrzeuge beliefen sich die Schäden durch Stürme und Überflutungen auf rund 700 Millionen Euro.

Deutschland blieb 2025 von größeren Unwetterlagen weitgehend verschont - anders als 2024, als vor allem der Süden und Südwesten des Landes von schweren Überschwemmungen betroffen waren.

Versicherer: Nur Hälfte der Hausbesitzer gut abgesichert

Seit der Unwetterkatastrophe im Ahrtal im Jahr 2021 schwelt eine politische Debatte über eine Pflichtversicherung gegen diese sogenannten Elementargefahren. Diese Risiken sind in Gebäudeversicherungen bislang nicht standardmäßig abgesichert. Der GDV legte kürzlich ein Konzept vor, mit dem mehr Gebäude auch in besonders gefährdeten Regionen bezahlbar gegen Elementarschäden versichert werden könnten.

Zerstörte Häuser nach Flut im Ahrtal im Jahr 2021
Im Jahr 2021 kam es im Ahrtal im Westen Deutschlands zur letzten großen FlutBild: Thomas Frey/dpa/picture alliance

Derzeit verfügt nur gut die Hälfte der Hausbesitzer über einen entsprechenden Schutz. "Angesichts der zunehmenden Risiken ist es dringend notwendig, eine ganzheitliche Gefahrenabwehr auszubauen", betonte Asmussen.

pgr/wa (rtr, epd, dpa)