Ghani zur Freilassung von Taliban-Kämpfern grundsätzlich bereit | Aktuell Welt | DW | 08.03.2020
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Afghanistan

Ghani zur Freilassung von Taliban-Kämpfern grundsätzlich bereit

Die Freilassung soll am Beginn innerafghanischer Friedensgespräche stehen. Doch ob es tatsächlich dazu kommt? Die Gewalt der Taliban und Ghanis Rivalität mit Regierungschef Abdullah setzen derzeit viele Fragezeichen.

Afghanistans amtierender Präsident Aschraf Ghani (Mitte) und sein Kontrahent Abdulllah Abdullah beim Gebet Ende Februar in Kabul (Foto: Reuters/M. Ismail)

Afghanistans amtierender Präsident Ghani (Mitte) und sein Kontrahent Abdullah beim Gebet Ende Februar in Kabul

Wenige Tage vor dem offiziellen Beginn innerafghanischer Friedensgespräche hat der amtierende Präsident Aschraf Ghani seine grundsätzliche Bereitschaft zur Freilassung von Taliban-Gefangenen erklärt. Dies sei aber nur dann möglich, wenn die Islamisten der Gewalt abschwörten, sagte Ghani in Kabul. Dies müsse dem afghanischen Volk "garantiert" werden.

Austausch von 6000 Gefangenen

Nach dem Truppenrückzugsabkommen zwischen den USA und den radikalislamischen Taliban von Ende Februar sollen am Dienstag innerafghanische Friedensgespräche beginnen. Laut der in Doha unterzeichneten Vereinbarung  -  an der die afghanische Regierung nicht beteiligt war - soll diese vor Beginn der Gespräche 5000 gefangene Taliban gegen 1000 Gefangene austauschen, die von den Islamisten festgehalten werden. Dies lehnte Ghani bislang ab.

Unterzeichnung des Akommens durch US-Unterhändler Zalmay Khalilzad und Taliban-Vizechef Abdul Ghani Baradar (Foto: AFP/G. Cacace)

Unterzeichnung des Akommens durch US-Unterhändler Zalmay Khalilzad und Taliban-Vizechef Abdul Ghani Baradar

Seit der Unterzeichnung des Vertrages gab es bereits zahlreiche Angriffe der Taliban und anderer islamistischer Kämpfer. Der bisher tödlichste Anschlag wurde am Freitag bei einer Kundgebung in Kabul verübt. Zu diesem bekannte sich die Dschihadistenmiliz "Islamischer Staat" (IS). Nach Behördenangaben wurden bei dem Anschlag 32 Menschen getötet und viele weitere verletzt. Die Taliban selbst kündigten am Samstag an, ihren bewaffneten Kampf bis zur Bildung einer "islamischen Regierung" fortzusetzen.

Kabul vor schwieriger Woche

Politisch steht Afghanistan ohnehin eine chaotische Woche bevor. Ghani soll am Montag erneut als afghanischer Präsident vereidigt werden. Sein unterlegener Rivale, Regierungschef Abdullah Abdullah, erkennt das Ergebnis der von Betrugsvorwürfen überschatteten Präsidentenwahl vom September nicht an und will sich ebenfalls "vereidigen" lassen. Er hatte bereits nach der Verkündung des Ergebnisses Mitte Februar eine Gegenregierung ausgerufen. Die Wahlergebnisse hatten eigentlich bereits Mitte Oktober veröffentlicht werden sollen. Wegen technischer Probleme und Betrugsvorwürfen wurde dies aber wiederholt verschoben.

sti/uh (afp, dpa)

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