Generation Smartphone versagt am Computer | Deutschlehrer-Info | DW | 07.11.2019
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Deutschlehrer-Info

Generation Smartphone versagt am Computer

Sie sind mit digitaler Technik aufgewachsen und haben das Smartphone immer dabei. Sie chatten per WhatsApp und posieren für Instagram. Doch viele Jugendliche wissen nicht, wie man einen Computer effektiv nutzen kann.

Um die Computerkenntnisse deutscher Schüler ist es nicht sonderlich gut bestellt. Das ist das Ergebnis einer Studie, die das Bundesbildungsministerium und die Kultusministerkonferenz im Herbst 2019 vorgestellt haben. Getestet wurden mehr als 3500 Achtklässler in allen deutschen Bundesländern. Zusätzlich wurden rund 2500 Lehrer nach dem Wissenstand ihrer Schüler befragt.

Die Jugendlichen mussten u. a. Bilder bearbeiten, Präsentationen und Grafiken erstellen und Internetrecherchen durchführen. Außerdem sollten sie komplexe Computersimulationen ausführen, in denen es um die Steuerung eines Schulbusses oder einer Drohne ging. Die ernüchternde Bilanz: Nur ein verschwindend geringer Anteil der deutschen Achtklässler kann richtig gut mit Computern umgehen, jeder dritte Schüler hat nur „rudimentäre" Computerkenntnisse. Die meisten konnten gerade mal einen Anhang  in einer E-Mail öffnen oder ein Wort im Textverarbeitungsprogramm korrigieren, scheiterten aber an komplexeren Aufgaben.

Deutsche Schüler landen im Mittelfeld 

Auch in anderen Ländern wurden die PC-Kenntnisse getestet. Am besten schnitten die Schüler in Südkorea ab. In Europa waren die dänischen Achtklässler am fittesten am PC. Die deutschen Teilnehmer landeten im Ländervergleich im Mittelfeld. Die Studie zeigt aber auch, dass die Bundesrepublik bei der Ausstattung der Schulen mit Geräten weit hinterherhinkt und dass nur 23 Prozent der Lehrkräfte im Unterricht auf digitale Medien zugreifen. Damit ist Deutschland im Vergleich Schlusslicht.





Teenager mit Smartphone (Imago/Photocase)

Die Studie belegt: Smartphone hui, Computer pfui

Die Wirtschaft schlägt Alarm 

Eine vergleichbare Erhebung gab es schon mal 2013, damals waren die Ergebnisse ähnlich. Volkswirtschaftler wie Axel Plünnecke, Bildungsexperte am Institut der deutschen Wirtschaft, finden das besorgniserregend und fordern ein Pflichtfach Informatik, um die Schüler besser auf den späteren Berufsalltag vorzubereiten. Denn die Unternehmen brauchen dringend Nachwuchs mit Digitalkompetenzen – mit Smartphone-Kenntnissen allein ist es da nicht getan.

suc/ip (dpa,KNA)

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