General Haftar lehnt Waffenruhe in Libyen ab | Aktuell Afrika | DW | 09.01.2020
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Bürgerkrieg in Libyen

General Haftar lehnt Waffenruhe in Libyen ab

In Libyen hat der gegen die Regierung kämpfende General Chalifa Haftar eine von der Türkei und Russland vorgeschlagene Feuerpause zurückgewiesen. Deutschland bemüht sich um Vermittlung in dem Konflikt.

Chalifa Haftar wird unter anderem von Russland unterstützt

Chalifa Haftar wird unter anderem von Russland unterstützt

Trotz internationaler Aufrufe zu einer Waffenruhe in Libyen will der einflussreiche General Chalifa Haftar seine Offensive gegen die Regierung fortsetzen. Seine selbst ernannte Libysche Nationalarmee (LNA) werde weiter gegen die Regierungstruppen und ihre Verbündeten kämpfen, erklärte Haftar in Bengasi. Libyen werde erst wieder zu Stabilität finden, wenn die "terroristischen Gruppen" und Milizen besiegt seien, die die Hauptstadt Tripolis kontrollieren.

Der abtrünnige General führt seit April 2019 eine Offensive Richtung Tripolis, wo die international anerkannte Einheitsregierung von Ministerpräsident Fajis al-Sarradsch ihren Sitz hat. Diese ist schwach und hat weite Teile des Landes nicht unter Kontrolle. Haftars Streitkräfte hatten am Montag die strategisch wichtige Küstenstadt Sirte eingenommen.

Ein Kämpfer der international anerkannten Regierung in Tripolis (Archiv)

Ein Kämpfer der international anerkannten Regierung in Tripolis (Archiv)

Die Türkei und Russland hatten am Mittwoch eine Waffenruhe in Libyen angemahnt. Die Präsidenten Recep Tayyip Erdogan und Wladimir Putin riefen dazu auf, dass diese in der Nacht auf Sonntag in Kraft treten soll. Russland unterstützt in dem Konflikt Haftar, die Türkei die Regierung in Tripolis. Diese hatte die Initiative begrüßt, allerdings offen gelassen, ob sie sich daran halten will. Ankara hatte trotz internationaler Kritik beschlossen, eigene Truppen in das nordafrikanische Land zu schicken.

Die Lage in Libyen ist am Freitag Thema eines Sondertreffens der EU-Außenminister. Deutschland versucht, eine Vermittlerrolle einzunehmen, und plant einen Gipfel in Berlin mit ausländischen Mächten, die Konfliktparteien in dem nordafrikanischen Land unterstützen. Die Herausforderungen sind groß: In Libyen herrschen seit dem Sturz des Langzeitherrschers Muammar al-Gaddafi 2011 chaotische Verhältnisse.

stu/se (afp, dpa)

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