Gelbwesten protestieren gegen Polizeigewalt in Paris | Aktuell Europa | DW | 02.02.2019
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Frankreich

Gelbwesten protestieren gegen Polizeigewalt in Paris

Mit einem "Marsch der Verletzten" kritisierten sie den Einsatz von Gummigeschossen. Ihren Gebrauch hatte das oberste Verwaltungsgericht wegen der Gewaltexzesse von Randalierern bei früheren Gelbwesten-Demos erlaubt.

Frankreich Gelbwesten-Protest in Paris (Reuters/P. Wojazer)

Augenklappe zur Erinnerung an die bei früheren Demos verletzten Mitstreiter

Rund 13.000 Anhänger der Protestbewegung waren im Osten der französischen Hauptstadt zusammengekommen. Sie protestierten gegen die Verletzungen, die Demonstranten bei vergangenen Zusammenstößen mit der Polizei zugefügt wurden. Die meisten marschierten ruhig durch die Straßen oder sangen die französische Nationalhymne. Vereinzelt kam es wieder zu Zusammenstößen mit der Polizei, allerdings längst nicht in dem Ausmaß wie bei früheren Demos.

Frankreich Gelbwesten-Protest in Paris | Jerome Rodrigues (Reuters/P. Wojazer)

Gelbwesten-Anführer Jerome Rodrigues wurde auch durch ein Geschoss der Polizei schwer am Auge verletzt

Einige Teilnehmer trugen Augenklappen als Hommage an diejenigen, die durch Gummigeschosse oder andere Projektile bei Auseinandersetzungen mit der Polizei ihr Augenlicht verloren haben. Laut einem Bericht der Zeitung Liberation sollen es seit Beginn der Gelbwesten-Proteste Mitte November insgesamt 14 Personen sein. Insgesamt wurden nach offiziellen Angaben 1700 Demonstranten und rund 1000 Polizisten verletzt.

Innenminister Christophe Castaner hatte den Einsatz der Gummigeschosse gegen Randalierer mehrfach verteidigt. Zuletzt kündigte er an, "Missbräuche" zu ahnden. Der Pariser Staatsrat als oberstes Verwaltungsgericht hatte die Verwendung der Hartgummi-Munition am Freitag unter Verweis auf die Gewalt bei den Protesten erlaubt.

Frankreich Gelbwesten-Protest in Valence (picture-alliance/AP Photo/K. Zihnioglu)

In Valence ging die Polizei mit Tränengas gegen gewaltbereite Demonstranten vor

Es war der zwölfte landesweite Protesttag der Bewegung, die sich ursprünglich gegen steigende Treibstoffpreise und die Politik von Staatspräsident Emmanuel Macron richtete. Die Hauptkundgebung fand in Valence im Südosten Frankreichs statt. Dort veröffentlichte die lokale Präfektur ein Bild von Waffen und Schutzausrüstung, die im Zusammenhang mit früheren Ausschreitungen beschlagnahmt worden waren, und teilte mit, dass 18 Personen verhaftet worden seien.

In der Stadt im Rhonetal galten an diesem Samstag verschärfte Sicherheitsvorkehrungen. Fast alle Geschäfte blieben geschlossen. Manche Besitzer hatten ihre Läden mit Holzlatten verbarrikadiert. Weitere Demonstrationen fanden in Bordeaux, Toulouse, Nancy, Caen und Nantes statt.

uh/qu (dpa, afp, rtr)

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