″Gelbwesten″ plündern und zündeln auf der Prachtmeile | Aktuell Europa | DW | 16.03.2019
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Frankreich

"Gelbwesten" plündern und zündeln auf der Prachtmeile

Es war der gewalttätigste "Gelbwesten"-Protest seit Dezember: Plünderungen, Brandstiftungen und eingeschlagene Scheiben - der Protest in Paris ist in Gewalt umgeschlagen. Die Polizei nahm etliche Menschen fest.

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Zusammenstöße zwischen Gelbwesten und Polizei in Paris

Mitten in Paris brach das Chaos aus: Mehrere Zeitungskioske brannten aus, vermummte und schwarz gekleidete Teilnehmer der Proteste warfen Steine auf Polizisten und bauten Barrikaden. Die Polizei setzte Tränengas und Wasserwerfer ein, um die Demonstranten zurückzudrängen. 

Paris Gelbwesten Protest Ausschreitungen Plünderungen (AFP/Getty Images/Z. Abdelkafi)

Ein Zeitungskiosk auf der Champs-Élysées steht in Flammen

Auf der Champs-Elysées wurden unter anderem an einem Geschäft der Modekette Hugo Boss und am Promi-Restaurant Fouquet's Scheiben eingeschlagen. Die Demonstranten setzten eine Bankfiliale im Erdgeschoss eines Wohngebäudes in Brand. Eine Frau und ihr Baby waren im zweiten Stock von den Flammen eingeschlossen und mussten von der Feuerwehr gerettet werden. Elf Menschen wurden bei dem Brand verletzt, unter ihnen zwei Feuerwehrleute. Hausbewohner stehen unter Schock: "Sehen Sie nur, was hätte passieren können. Sie hätten töten können."

Frankreich Ausschreitungen Gelbwesten Demonstration in Paris (Getty Images/AFP/Z. Abdelkafi)

"Gelbwesten" zerstören die Front einer Edelboutique

Frankreichs Innenminister Christophe Castaner warf den Brandstiftern vor, sie seien weder Demonstranten noch Randalierer, sondern Mörder. Castaner sagte weiter, einige Teilnehmer seien offensichtlich "nur angereist, um Sachen zu zerstören". In sozialen Netzwerken hatten die Organisatoren des Protestes zuvor angedeutet, es würden Unterstützer aus Italien, Belgien, den Niederlanden und sogar aus Polen erwartet.

Bildergallerie Paris Gelbwesten (picture-alliance/dpa/AP/C. Ena)

"Gelbwesten"-Demonstranten errichten Barrikaden im Tränengasnebel

Der Innenminister sprach von 1500 "extrem gewaltbereiten" Teilnehmern unter den Demonstranten in Paris. Landesweit gingen nach Angaben des Ministeriums bis zum frühen Nachmittag 14.500 "Gelbwesten" auf die Straße - mehr als doppelt so viele wie zur gleichen Zeit eine Woche zuvor. In Paris waren es demnach 10.000 Demonstranten. Die Teilnehmerzahlen waren zuletzt deutlich gesunken. Vor einer Woche gingen in ganz Frankreich nur noch 28.000 Menschen auf die Straße - ein deutlicher Kontrast zu den fast 300.000 Menschen beim ersten Protestmarsch im November.

Es ist das 18. Wochenende in Folge, an dem die Bewegung protestiert. Deren Anführer erklären immer wieder, sie würden sich gegen die Reformpolitik von Frankreichs Präsident Emmanuel Macron wenden. Am Freitag endete offiziell der Bürgerdialog, den Präsident Emmanuel Macron als Antwort auf die Proteste ins Leben gerufen hatte. Erste Ergebnisse will der Staatschef im April präsentieren. Die Demonstranten fordern Steuersenkungen und mehr soziale Gerechtigkeit.

nob/haz (dpa, afp)

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