Gegenwind für die Lufthansa | Aktuell Deutschland | DW | 17.08.2017
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Air-Berlin-Insolvenz

Gegenwind für die Lufthansa

Die Pläne der Lufthansa zur Übernahme weiter Teile des insolventen Rivalen Air Berlin stoßen bei Wettbewerbshütern auf Kritik. Für die Beschäftigten von Air Berlin soll indes Grund zur Hoffnung bestehen.

"Air Berlin und Lufthansa sind auf vielen Flugstrecken direkte Konkurrenten", erläuterte der Chef der Monopolkommission, Achim Wambach. "Lufthansa müsste für eine Genehmigung der Fusion mit strengen Bedingungen und Auflagen rechnen", sagte der Leiter des unabhängigen Beratergremiums der "Rheinischen Post" (Donnerstagsausgabe). Dazu zähle der Verzicht auf einen großen Teil der begehrten Landerechte von Air Berlin.

Der Präsident des Bundeskartellamts, Andreas Mundt, sagte der "Süddeutschen Zeitung" (SZ), die Wettbewerbsbehörde werde sich die Lufthansa-Pläne "gegebenenfalls sehr genau ansehen". Bisher ist Mundt zufolge zwar noch keine Übernahme angemeldet. Die "SZ" berichtet aber unter Berufung auf Regierungskreise, die Gespräche über einen Teilverkauf an die Lufthansa seien bereits "in der entscheidenden Phase".

"Abwegige" Bedenken

Die Bundesregierung hatte am Mittwoch kartellrechtliche Bedenken des irischen Billigfliegers Ryanair als "abwegig" zurückgewiesen. "Jetzt sollte die Chance ergriffen werden, die 140 Maschinen, Kapazitäten und Mitarbeiter von Air Berlin strategisch aufzustellen, um die Stellung der deutschen Luftverkehrswirtschaft im internationalen Markt zu stärken", sagte Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) der "Bild"-Zeitung.

Ryanair wirft Regierung und Lufthansa vor, sich "unter Ausschluss der größten Wettbewerber" bereits im Grundsatz auf eine Aufteilung von Air Berlin verständigt zu haben.  Lufthansa ist die größte deutsche Fluggesellschaft, Air Berlin die Nummer zwei.

"Wir kämpfen!"

Air-Berlin-Chef Thomas Winkelmann erklärte, sein Unternehmen verhandle derzeit neben der Lufthansa mit mehr als zwei weiteren Airlines über den Verkauf von Teilbereichen. Konkrete Namen nannte Winkelmann nicht. Zugleich zeigte er sich optimistisch, dass die meisten der rund 8000 Arbeitsplätze bei Air Berlin gerettet werden könnten. "Wir kämpfen um jeden Job", beteuerte Winkelmann.

wa/cgn (rtr, dpa, afp)