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Politik

Flüchtlinge sorgen für Höchststand bei Heim-Unterbringungen

20. November 2017

Die Anzahl von Kindern in Pflegeheimen hat sich von 2014 bis 2016 auf über 50.000 verdoppelt. Seit Mai vergangenen Jahres sind die Zahlen allerdings wieder rückläufig.

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Deutschland Kinderheim in Potsdam - Diakonisches Werk
Ein Kind in einem PflegeheimBild: picture-alliance/dpa/R. Hirschberger

Ein Kind, das in Deutschland nicht mehr von seiner Familie versorgt werden kann, oder gar völlig ohne Erziehungsberechtigten in Deutschland ankommt, hat Anspruch auf staatlichen Schutz. Das war 2016 für 53.300 Minderjährige der Fall, teilte das Statistische Bundesamt am Montag mit. Damit stieg die Zahl der Betroffenen im Vergleich zum Vorjahr um 20%, und verdoppelte sich gegenüber 2014 sogar. Dieser Anstieg sei dem Amt zufolge jetzt aber gestoppt. Seit Mai des vergangenen Jahres seien die Zahlen wieder "kontinuierlich rückläufig".

Anstieg bei männlichen 16- und 17-Jährigen

"Ein Grund für das Plus dürfte die hohe Zahl der unbegleiteten minderjährigen Flüchtlinge der letzten Jahre sein", teilte die Behörde am Internationalen Tag der Kinderrechte mit. Die meisten von ihnen stammten aus Afghanistan, Syrien und dem Irak. Besonders stark sei der Anstieg bei männlichen 16- und 17-Jährigen.

Kinder, die zu ihrem eigenen Schutz oder aufgrund widriger Umstände nicht mehr in der eigenen Familie versorgt werden können, haben nach der UN-Kinderrechtskonvention einen Anspruch auf staatlichen Schutz. Dazu zählt auch die Betreuung in Heimen oder Pflegefamilien. Geregelt ist das im Kinder- und Jugendhilfegesetz, das 1991 in Kraft trat. Der Höchststand wurde Ende Februar 2016 erreicht, als 60.638 unbegleitete Kinder und Jugendliche in Zuständigkeit der Kinder- und Jugendhilfe waren.

tcw/cr (dpa, kna, afp)